Marcus Triathlon Blog

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About Triathlon & my Life

Hier im Blog erfahrt ihr alle News über Training und Wettkämpfe.
Von der Herzschrittmacher OP 2005 bis zur Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii 2009 und dem Kampf gegen den Krebs 2010


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Rennbericht Ironman Austria

Ironman Austria 2009Geschrieben von Marcus Ziemann Fr, Februar 19, 2010 21:19:04

Nach reichlich Urlaub im Anschluss an den Ironman folgt nun auch endlich der Bericht zum Rennen.Ich hatte ja das Glück das ich bereits einige Tage vor dem Rennen anreisen konnte und somit

die letzten Einheiten auf der Wettkampfstrecke absolvieren konnte.Und was gibt es schöneres als an diesem Ort trainieren zu dürfen bzw seinen ersten Ironman bestreiten zu können.Man merkte

im laufe der Woche das sich der See in eine Triathlon Hochburg verwandelte und das es von Tag zu Tag mehr Athleten wurden.Am Do vor dem Rennen holte ich die Startunterlagen ab und hoffte

das bei mir so langsam das Rennfieber steigt,doch auch dies und die eröffnung der Ironman Messe ließen mich noch nicht richtig ins Rennen kommen.Am Samstag morgen war dann Wettkampfbesprechung

angesagt,wo dann alle Einzelheiten für das Rennen erklärt wurden,aber leider für mich nicht alle,so wie sich später rausstellte.Vor der Besprechung hatte ich noch eine 90min Radeinheit

eingelegt,damit ich dann am Nachmittag das Ra,bzw die Wettkampfbeutel einchecken konnte.Am Abend wurde noch einmal beim Essen der Speicher aufgefüllt um dann so gegen 22Uhr das Bett

aufzusuchen.Nur leider war ich putzmunter und um halb vier sollte bereits der Wecker klingeln.So wurde es dann eine fast schlaflose Nacht,nach der ich dann aber trotz allem mit guten Beinen

aufgestanden bin.Aber ich fühlte mich keineswegs nach Rennen,erst recht nicht nach meinem ersten großen Ironman.Also hieß es kurz frühstücken und dann kurz vor fünf Richtung Start.In der

Wechselzone war dann noch geügend Zeit das Rad zu preparieren.Mit meiner Startnummer 49 stand ich in der Wechselzone direkt neben Bella Bayliss,der späteren Siegerin und Lucie Zelenkova

und direkt vor mir das Feld der Top Männer.schon beeindruckend!In Sachen Verpflegung ging ich auf Nummer Sicher und stopfte mir genügend Riegel und Gels auf das Rad und in die Wechselbeutel,

wovon ich das meiste wieder mit heim brachte,da ich den ganzen Wettkampf mit 2 Riegeln und 4 Gels auskam.um halb sieben ging es dann Richtung Start durch das Strandbad,aber immer noch kein

Stück nervös!!!Im Starndbad nur noch ein Meer von Menschenmassen und die Athleten sollten alle zum Registrieren noch über eine Zeitmessmatte,die leider viel zu eng ausgewählt wurde.so ging

es sehr schleppend voran.nur noch 5 min bis zum Start dröhnte es durch die Boxen und ich bekam  den Hinweis das ich mit meiner grünen Badekappe(der ganze Rest bis auf Profis hatte weiße)weiter

nach vorne darf.ich mich also durch die Massen gedrängelt undversucht durchzukommen.ein Helfer hatte mich dann auf den ersten Steg verwiesen und ich versuchte mich dort hin zu begeben.da aber

der ganze Steg durch die Zuschauermassen gefüllt war ein fast unmögliches Unterfangen.mitten auf dem Steg kam für mich dann sehr überraschend der Startschuss und ich stand völlig verblüfft

auf dem Steg.tja,was tun,durch die Zuschauer nach vorne,oder das ganze von hinten starten.ich entschied mich für die zweite Variante.das ganze erwies sich dann als recht zäh und schleppend,

machte aber mit dem ganzen überholen durchaus Spaß.Richtig freies schwimmen war dann leider fast zu keinem Zeitpunkt möglich,damit hatte ich mich aber abgefunden und der Tag war ja noch lang.

nach der zweiten großen roten Boje ging es dann zurück in Richtung Lendkanal.ein unvergesslicher Anblick.der morgendliche Dunst vom See,tausende von fliegenden Armen und die aufgehende Sonne

die und blendete.Wahnsinn!Im Lendkanal war es dann so voll das man nur noch mit der Masse schwimmen konnte und so stieg ich nach für mich sehr enttäuschenden 1std und 10min aus dem See.nich

nahm es aber relativ gelassen und machte mich auf in Richtung  Zelt,wo dann richtig Chaos herrschte.ich packte mir meinen Beutel,nahm meine Radsachen auf und verstaute den Neo im Bike Bag.

dann ging es durch die Wechselzone zum Rad und schon war diese vorbei an den Zuschauermassenverlassen.nun ging es die ersten 20km Richtung Velden leicht wellig am See entlang.die Zeit verging

wie im Flug und schon war ich am ersten richtigen Anstieg nach 30km zum Faaker See hinauf.die Beine waren erstaunlich gut,ich hielt mich aber deutlich zurück,kam aber spielend hinauf.Nach

einer Schlaufe am Faaker See und um Rosseg ging es zurück Richung Velden,wo dann Richtung Rubertiberg abgezwackt wurde und der schwierigere Teil der Strecke wartete.ich nahm stängig Flüssigkeit

auf und  schüttete mir auch ständig Wasser in den Nacken,denn die Sonne brezelte  schon recht früh ganz schön heftig auf den Körper.dann kam er,der richtig heftige Anstieg zum Rubertiberg,wo es

zum warwerden schon vorher  einige leichtere,bzw kürzere  Anstiege gab.aber auch hier ging es erstaunlich gut hinauf,angefeuert von den Zuschauern.die ganzen Schriftzüge a la Tour de France

auf der Strecke waren auch eine tolle Sache für die Athleten.Nach dem Ruberti ging es meist abwärts zurück Richtung Klagenfurt.am EM Stadion vorbei hörte man schon den Trubel vom Wendepunkt,wo

die meisten Zuschauer warteten um die Athleten auf die 2.Runde der 180km zu schicken.Ich machte immer noch einen erstaunlich frischen Eindruck,den ich aber noch lange beibehalten sollte und

fragte mich wann der Einbruch kommen sollte.dieser negative Gedanke wurde aber schnell verdrängt von positiven Gedanken.warum sollte ich mir auch irgendwas schlecht reden,es lief doch super.

ich behielt mein Tempo beim und kam auch auf der zweiten Runde an den Anstiegen genauso zum Zuge wie auf Runde 1 und konnte dort sogar Plätze gut machen.aber was kümmerten mich zu diesem Zeitpunkt

auch Platzierungen,ich wollte einfach nur gut durchkommen und mir wegen dem Schrittmacher keine Sorgen machen müssen.es gab auch dann auf dem Rad keinerlei Einbrüche und ich konnte nach 5std50min

in die Wechelzone einbiegen.das einzige was mir Sorgen bereitete war eine Blase,bzw Druckstelle vom Radschuh unter dem rechten Fuß,wo ich mir noch kein Laufen mit vorstellen konnte.Die Sorge

erwies sich aber auch hier als unbegründet und ich ging die ersten Kilometer  auf der 42,2km langen Laufstrecke locker,aber gleichmäßig an.tolles Gefühl noch so frisch laufen zu können.es ging

Richtung Krumpendorf durch das Strandbad,vorbei an unserer Pension zum Wendepunkt um dann zurück nach Ironman City zu laufen um dann von dort in die Klagenfurter Innenstadt um das Wahrzeichen,den

Lindwurm zu laufen..von dort erneut zurück Richtung Ironman City wo dann die ersten 21km und somit die Halbmarathon Marke geknackt waren.Es war inzwischen sehr heiß und ich nahm ständig Schwämme

und Flüssigkeit auf,aber kaum Verpflegung,womit ich aber immer noch sehr gut klarkam.bei km 21 bekam ich dann die Info das ich Platz 1 meiner AK belegte!!!!wie das fragte ich michwas ich vorher

nicht wusste das man mich durch den Schrittmacher in die Handicap Wertung steckte.die Führung konnte ich dann bis km 28,5 verteidigen,war aber immer noch vom Tempo her stabil.Am Lindwurm hieß

es dann erneut wenden und die letzen knapp 6km zum Zieleinlauf zurück.langsam begann es sogar Spaß zu machen,denn so langsam war ich mir sicher das ich mehr als gut durchkommen würde.kaum einer

in meiner Umgebung war bei der Hitze noch laufend unterwegs,die meisten gingen und so war es ein gutes Gefühl sich das Rennen perfekt(wohl eher viel zu locker!)eingeteilt zu haben.ich konnte

die letzen km sogar richtig genießen,behielt aber das Tempo bei.noch einmal durch den Eurpopark auf in Richtung finish.Vor der Kurve in der es auf die letzten 200m ging wartete dann meine

Familie,ein tolles Gefühl alle nach gut 11std strahlend wieder zu sehen.so schnappte ich mir meine Tochter und lief die letzten 200m mit ihr an der Hand über den Teppich,vorbei an den Zuschauer,

die einen immer wieder abklatschten ins Ziel.Mehr kann man sich für den ersten Ironman nicht wünschen.eingigantischer Tag,wenn man bedenkt wo ich vor gut 3 Jahren noch mit meinem Schrittmacher

steckte,nähmlich ganz weit unten.Ich hatte alles was man sich wünschen konnte,ich kam nach 11std 46min und 47 sek ins Ziel,aber nicht erschöpft und ängstlich schauend in Richtung Brust,nein,

sondern mit einem strahlen und kaum erschöft.Dazu noch ein 2.Platz in meiner Kategorie und die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii vor den Augen.

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