Marcus Triathlon Blog

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Von der Herzschrittmacher OP 2005 bis zur Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii 2009 und dem Kampf gegen den Krebs 2010


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Ironman South Africa 2017

Rennberichte 2017Geschrieben von Marcus Ziemann Mo, April 17, 2017 15:46:21

Ein gelunger Auftakt in die neue Wettkampf Saison!

Bewusst habe ich mich vor dem Wettkampf zurück gehalten. Natürlich war ich ganz gut trainiert. Aber die Situation mit dem Herzschrittmacher war neu.

Ende November war die Saison mit dem Ironman Fortaleza beendet und im Dezember gab es eine wohlverdiente Pause. Danach sollte im Januar der Austausch vom Herzschrittmacher stattfinden. Seitdem lebe ich ein wenig als Versuchskaninchen. Somit war die Vorbereitung für den Ironman Südafrika viel zu kurz. Es fehlte natürlich an vielen Sachen. Keine langen Ausfahrten über 4 StD, überhaupt nur ein einziges mal draußen gefahren. Ein einziges Koppeltraining. Keine richtig langen Läufe um 30 km, kein Intervalltraining. Und so ging es dann am 24.03 nach Port Elizabeth.

Von Johannesburg ging es rund 1100 km mit dem Auto runter an die Nelson Mandela Bay. Die Tage vor dem Rennen waren erlebnisreich und wirklich spaßig. Somit konnte ich gut abschalten und entspannt in Richtung Renntag blicken.

Das Intervalltraining auf dem Rad,wenige Tage vor dem Rennen, lief großartig und machte Lust auf mehr.

Für den Renntag waren Temperaturen um die 33 Grad und ordentlich Wind angesagt. Somit keine leichten Bedingungen, aber natürlich mein Ding.

Am Renntag klingelte um 3:30 der Wecker und der Tag nahm seinen Lauf. Im Hotel war liebevoll das Frühstück angerichtet und ohne besondere Vorkommnisse ging es runter zur Wechselzone. Es war nur ein kurzer Fußweg von ca 1-1,5 km vom Hotel zum Start. Kurz die Flaschen ans Rad und die letzten Vorbereitungen getroffen und so ging es dann Richtung Start.
Um 6:30 erfolgte der Profi Start und um 6:45 durften die Athleten dann per Rolling Start ins Wasser. Ich hatte mich mitten in der Menge eingereiht und so erfolgte mein Start etwa 30min nach dem ersten Age Group Start.

Der Weg raus zur ersten Boje fühlte sich noch gut an, ab da verlor ich aber erneut das Wassergefühl und vor allem auch jede Orientierung. Ich kam völlig von der Strecke ab und wurde von einem Boot korrigiert und wieder in die Spur gebracht. Nach einem ordentlichen Umweg verlor ich völlig die Motivation und hätte am liebsten schon das Rennen beendet.

So war ich froh, das ich nach dem völlig missratenem Schwimmen wieder Boden unter den Füßen hatte. Der Wechsel war ok, aber ich sah in der Wechselzone bereits das viele Räder der guten Athleten bereits unterwegs waren. Trotzdem ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Ich zog mein Ding durch und fuhr sehr kontrolliert.
Es ging über zwei Runden a 90km. Mit Wind im Rücken ging es zum Wendepunkt nach 45km. Ab da wurde es auch langsam deutlich wärmer. Weiterhin hatte ich meine Leistungswerte im Auge und überzog nicht. Trotzdem konnte ich viele Plätze gut machen. Nach 90km ging es dann auf die zweite Runde. Die Stimmung am Wendepunkt war Top und machte Lust auf mehr. Ich merkte aber schnell das der Wind drehte. So ging es plötzlich mit Gegenwind raus zum Wendepunkt und von dort mit Rückenwind zurück zur Wechselzone.
Ich liebe diese Radstrecke. Zwar ist der Asphalt sehr rau und die Straßen sehr unruhig. Aber man wird mit einer traumhaften Kulisse entschädigt und die Strecke hat es halt in sich. Auf den letzten 45km zurück zur Wechselzone war ich auch endgültig drin im Rennen. Die Motivation war da und ich zog deutlich an. Mit einem 36er Schnitt ging es zurück zum Summerstrand Beach.

Eine Radzeit von 5:37 war die Vorgabe vom Coach und nach 5:33 konnte ich das Rad in T2 abstellen. Ich merkte das ich reichlich Körner übergelassen hatte und ich hatte einfach Bock aufs Laufen. Es war inzwischen echt warm , aber auch sehr windig. Anhand einiger Athleten merkte ich an den Wendepunkten wo ich stehe. Ich konnte immer weiter Boden gut machen. Bereits auf dem Rad konnte ich 100 Plätze in meiner Altersklasse gut machen und 600 Plätze im Gesamtfeld. Und es ging beim Laufen noch deutlich mehr.

Es lief einfach......bis Kilometer 16! Plötzliches Seitenstechen machte mir das Leben schwer. Ich nahm zunächst etwas raus, versuchte ruhig zu atmen, zu trinken. Es half nichts und ich musste kurz gehen. Ich versuchte mich zu strecken und den Körper zu beruhigen. Irgendwie half aber alles nichts. So schaltete ich den Kopf aus und ignorierte die Schmerzen, biss auf die Zähne und wurde nach etwa 3km Leidenszeit belohnt. Entweder waren die Schmerzen weg, oder ich merkte halt gar nichts mehr. Ich war wieder voll im Flow und die Aufholjagd ging weiter.

Ich habe diesen Tag genossen und nach 10:57 einen tollen Zieleinlauf, begleitet von TV Kameras, genießen.

Insgesamt ging es nach dem Schwimmen noch 130 Plätze in der Altersklasse und knapp 800 Plätze im Gesamtrang nach vorne..

Die Ironman African Championship 2017 Nelson Mandela Bay, ein unvergessliches Erlebnis und ein toller Auftakt in die Saison 2017.


Ich hoffe demnächst auch den vollständigen Rennkalender bekannt geben zu können.







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