Marcus Triathlon Blog

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Ironman South Africa 2016

Rennberichte 2016Geschrieben von Marcus Ziemann So, April 17, 2016 10:35:22

Eine Woche ist nun vergangen und ich bin, nach langer Heimreise, wieder gesund zuhause angekommen.

Zeit genug also das Rennen sacken zu lassen.

Es gibt Tage an denen man aus dem Bett steigt und schon dieses Gefühl hat, das Gefühl das es wohl nicht der erhoffte Tag werden wird.

So war es letzten So, als um 3:55 der Wecker bimmelte.

Kurzes Frühstück und auf ging es zu Fuß vom Hotel zur Wechselzone. Dort klappte eigentlich alles gut und ich war relativ früh bereit fürs Rennen.

Für einen Ironman am unteren Ende der Welt war es fast wie zuhause. Man traf unendlich viele Leute am Rennmorgen.

Sehr schöne Kulisse zum Start. Das Meer und der Pier in der aufgehenden Sonne, die vielen Zuschauer und einheimische Tänzer am Strand.
So kann ein Rennmorgen besser nicht beginnen. Um 6:30 erfolgte der Start der Profis. Ab 6:45 dann der Rolling Start. Alles 10 Sekunden wurden 10 Athleten zu Wasser gelassen. Es begann sehr entspannt, ohne Prügel. Ich merkte aber schnell das der Indische Ozean draußen nicht so ruhig sein sollte, wie es von außen wirkte. Das Meer war sehr unruhig und man wurde wie in einer Waschtrommel ständig zu allen Seiten geschaukelt. So konnte man einfach nicht ruhig schwimmen. Als ich versuchte meinen Rhythmus zu finden, wurde ich unsanft geweckt. Ich hatte Kontakt mit einer sogenannten Bluebottle, eine Quallenart an der südafrikanischen Küste.

Ich fand die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Rennen nicht gut und so kam ich mir zu diesem Zeitpunkt recht einsam vor. Ich wusste ja nicht ob es, durch die Qualle, zu einer Reaktion kommen würde, der der Kontakt auch im Geschichte war. Mit gemischten Gefühlen ging es weiter. Die Sicht war durch das Meer auch verdammt schlecht. Irgendwann war dann auch endlich das hintere Ende erreicht und es ging mit zwei Wendebojen endlich zurück. Auf dem Rückweg dann wieder ein Schlag am Hals und erneut Quallenkontakt. Ich wollte nur noch raus aus dem Meer. Nach gefühlten 3StD dann endlich Strand unter den Füßen und der Weg zur Wechselzone. Dort der nächste Schock. Der Reißverschluss von meinem Rennanzug war aufgeplatzt und kaputt, so dass er oben fest hing und unten offen war. Zwei Volunteers versuchten das Problem zu lösen, das Ergebnis war aber negativ.

So ging es mit ungutem Gefühl auf die 180 Rad Kilometer. Abgesehen von der Strecke warteten auch hier einige Herausforderungen. Durch den Linksverkehr wurden die Radflaschen links angegeben. Sehr ungewohnt und nicht einfach.

Irgendwie merkte ich schnell das einfach kein Druck auf den Pedalen war und (durch die Quallen ?) der Kopf total dicht war. Vom Magen her fühlte sich auch alles nicht so toll an. Kann halt passieren beim Schwimmen im Salzwasser.

So ging es auf dem Rad zunächst die Küste entlang, um dann rechts zum ersten großen Ausstieg abzubiegen. Dort lief es eigentlich recht gut, fand ich. Trotzdem konnte ich nie wirklich gute Werte treten. Inzwischen wurde es auf dem Rad auch schon recht warm unter dem Aerohelm.

Ohne große Vorkommnisse ging es in die zweite Runde. Der Wind nahm etwas zu, war aber längst nicht so übel wie zu Beginn der Woche.

Da ich inzwischen auch einfach zu viel Zeit verloren hatte, fuhr ich längst nicht am Limit, sondern fuhr einfach meinen Stiefel in Richtung Wechselzone runter.

Nach enttäuschenden 5:50 ging es dann in die zweite Wechselzone. Der Wechsel zum Lauf ging Problemlos über die Bühne und ich war froh in den Laufschuhen zu sein. Ich wusste noch nicht wie es mit der Energie so reichen würde, da ich sehr wenig aus meiner Gel Flasche aufgenommen hatte, da das Zeug durch die Hitze unangenehm warm war und einfach übel schmeckte.

Die erste Laufrunde war klasse, obwohl es inzwischen bei 34 Grad, ohne jeden Meter Schatten, sehr warm war.

Auf der zweiten von vier Laufrunden plötzlich Stiche im rechten Rippenfell.

Ich hielt kurz an und versuchte ruhig zu atmen. Es folgten immer wieder versuche, aber das ganze zog sich die nächsten 15 km. Immer wieder zwang mich das ganze zu Gehpausen.
Doch der Wille war einfach stärker und so hatte ich den Schmerz irgendwo zwischen km 25–27 besiegt und ich konnte wieder durchlaufen.

Die Stimmung an der Laufstrecke war gigantisch und immer wieder wurde man nach vorne gefüllt Ab dem letzten Wendepunkt war ich mir sicher das ich wieder richtig anziehen konnte und so lief ich die letzten 5-6 km ordentlich im 5:15er Schnitt.

Nach 11:23 StD ging es dann in den Zielkanal.
Leider konnte ich es nicht so richtig genießen. Zu groß waren die Erwartungen im Rennen und zu groß die Enttäuschung über die eigene Leistung.

Ich suche da keine Ausreden. Das Schwimmen war für alle schlecht, was man auch an den Zeiten sehen kann. Die Strecke wurde von allen mit etwa 4300 m angegeben und war somit viel zu lang, was sich an den Zeiten aller zeigte. Ich habe es danach ausgerechnet auf dem Rad verbockt. Aber "shit happens!" , ds Leben geht weiter. Mit dem Kona Ticket wäre es eh eng geworden, da das Feld in der M40 auch einfach übelst stark besetzt war, da scheinbar alle in Europa die gleiche Idee hatten, früh auf Quali Kurs.

Trotz allem habe ich mich mit viel Willen durchgebissen und ein weiteres Ironman Finish eingefahren.

Dazu war Südafrika mal wieder eine tolle Zeit und ein beeindruckendes Erlebnis.

Durch den Verlauf des Rennens könnte es noch zu Plan Änderungen für die Saison kommen. Dazu in den nächsten Wochen noch mehr.....



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