Marcus Triathlon Blog

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Ironman Cozumel - Mission Complet

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Fr, Dezember 04, 2015 18:44:23
Das heutige Regenloch will ich mal nutzen im ein kleines Statement zum Rennen von mir zu geben. Die Anreise nach Cozumel war heftig und die Tage zum herunterkommen bitter nötig. Am Donnerstag habe ich dann die Start Unterlagen abgeholt.
Von der Organisation halt vieles typisch mexikanisch. Aber ich mache nun mal einen Wettkampf in einem Land mit einer anderen Mentalität und so sollte man den Ball flach halten und wissen auf was man sich einlässt. So weiß man auch das es im Wettkampf hier mal tropisch heiß und auf der Insel stürmisch auf dem Rad werden kann. Mental war ich also vorbereitet und so checkte ich am Samstag das Rad in der ersten Wechselzone im Chankanaab Park ein. Ein wunderschöner National Park mit Delphinen.
Dort sollte im Rennen dann auch der Schwimmausstieg sein. Die Nacht vor dem Rennen war nicht so toll. Es war sehr warm und irgendwie konnte ich nicht einschlafen. Am Rennmorgen bimmelte um 3:45 der Wecker. Das Hotel hatte alles zum Frühstück organisiert. Mit meinen beiden Jungs Jörg und Ludger ging es dann mit dem Auto zur Wechselzone. Beim präparieren der Räder gab es dann einen heftigen Schauer, es sollte aber die einzige Abkühlung für den Renntag bleiben.
Nachdem das Rad bereit für die 180km war, ging es mit dem Athleten Shuttle zum Schwimmstart, welcher knapp 4km weiter im Marina Fonatur Park erfolgen sollte. Wir schwammen also von Punkt zu Punkt. Es sollte ab 7:30 einen Rolling Start geben und man hatte sich aufgrund seiner zu erwarteten Schwimmzeit einzuordnen. Leider ist die Schulter nach Roth noch nicht die alte und ich schätzte mich rund 10min langsamer als normal ein, also um 1:05. Zunächst starteten die Profis um 7:15. 15min später dann unser Startschuss. Als ich dann mit den andern Athleten auf dem Steg stand krachte es plötzlich. Der mobil aufgebaute Steg drohte zusammen zu brechen. Viel Athleten sprangen in Panik zur Seite. Das Wasser war dort aber nicht tief und es kam teilweise zu Verletzungen, so auch bei meinem Bunny Jörg, der sich eine üble Verletzung am Fuß zu zog. Das ganze hätte zu einem riesen Unglück führen können. Scheinbar hatten wir alle noch großes Glück. Das Schwimmen selber war ein Traum. 10m Sicht bis zum Grund. Korallen,Fische…einfach ein Traum. Das Wasser war für einen Wettkampf viel zu warm. Irgendwie fand ich aber nie meinen Rhythmus Ich schwamm fast nur im gemütlichen Modus und gegen Ende dann noch ein paar Umwege. So kam ich dann, fast wie zu erwarten, nach 1:07 auf Platz 73 meiner Klasse aus dem Wasser. Der Wechsel verlief auch nicht ganz so rund. Da es ja ein Schwimmen ohne Neoprenanzug war, durfte man laut den Regeln ja nicht die Schultern bedecken und so durfte ich den Rennanzug erst in der Wechselzone anziehen, was nass aber mal gar nicht ging. So ging es dann, wild am Anzug zupfend, auf die erste Radrunde. Ich musste dann auch noch einmal stoppen um alles zu richten. Dann ging es zunächst mit Wind im Rücken ab. Nach etwa 15km war dann der Süd-Ost Zipfel erreicht und es kamen die knapp 20km mit dem zu erwarteten Gegenwind. Ich hatte ordentlich Wind erwartet, aber das war wirklich die Krönung an dem Tag. Gefühlt stand man ja schon fast. Ich fuhr die Leistungswerte jetzt schon deutlich über meine Verhältnisse Nach gut 20km nahm ich dann eine Flasche auf und wollte den Inhalt in der Aeroflasche am Lenker abfüllen. Den Lenker hielt ich zu diesem Zeitpunkt recht locker. Dann riss der Wind und eine Bodenwelle mich aus allen Träumen. Das Vorderrad schlug um und ich machte mich in voller Länge über den Asphalt lang. Von hinten schrie ein Athlet "what the f....ck!" und drehte zum Glück noch ab. Er wäre fast voll in mich hineingefahren. Zum Glück war die Geschwindigkeit durch den heftigen Gegenwind nicht hoch. Ich hatte unheimlich Glück. Weder das Material, noch ich selber, hatten groß was abbekommen. Der Schock war aber groß. und so hockte ich eine Weile am Rand. Ich wollte zunächst aus dem Rennen aussteigen, zum Glück entschloss ich mich dann aber zum Weitermachen. Ich kam etwas unglücklich auf dem Ellbogen auf und hatte dann etwas Probleme auf dem Lenker zu liegen. Zum Abschluss der ersten Runde hatte ich mich dann etwas gefangen. Dann drehte ich mächtig auf und fuhr Runde 2 und 3 in 1:44 und 1:46 für 62,5km. Zum Vergleich Runde 1 mit 1:46 für 54km. Ich verlor also auf der ersten Runde gut 10-12min. Die gesamte Performance auf dem Rad war aber stark. Vorgabe waren 214 Watt. Ich hatte am Ende im Schnitt 235Watt getreten. Das brachte mich nach Abschluss der 180km dann auf Platz 13. Es war im Wechselzelt dann noch sehr leer und es waren noch nicht viele Athleten auf der Laufstrecke. ich war zu diesem Zeitpunkt etwa auf Platz 80 gesamt. nicht auszudenken wo ich mit einem perfekten Schwimmen und ohne das Missgeschick auf der ersten Runde gewesen wäre. Wir leben aber nicht im wenn und aber.... Also auf in die restlichen 42,2km zu Fuß. Es war heiß mit hoher tropischer Luftfeuchtigkeit. Nicht einfach zu laufen. Ich fühlte mich aber wohl und ICH WOLLTE ES! Ich wollte unbedingt einen Marathon Richtung 3:30! Die Rechnung ging bis zum Wendepunkt auch voll auf. Ab dem Halbmarathon wurde es dann deutlich langsamer, aber trotzdem bis zum Ende total konstant. So kam ich dann nach 10:26 auf Platz 17 in der AK und in den Top100 gesamt ins Ziel.
Ich habe mich auch gefreut das sich Jörg und Ludger so toll durchgekämpft haben. Das rundete diesen Tag noch ab!


Ich denke das ich einen großen Kampf geliefert habe. Ich habe Willen bewiesen und auf die Zähne gebissen. Der Ironman Cozumel ist kein Kindergeburtstag mit dem Wind und der Hitze. So kann ich positiv ins nächste Jahr blicken. Wenn es mit dem Schwimmen wieder passt und mal keine "kleinen Unglücke" passieren dann ist vieles möglich! Also muchas gracias Cozumel!

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