Marcus Triathlon Blog

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Ironman Louisville/Kentucky

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Di, Oktober 20, 2015 21:06:33


Auferstanden in Kentucky, so könnte man das Geschehene in der Stadt der Rennpferde, des Bourbon Whiskeys und der Heimat von Muhammed Ali nennen.

Sehr ungewiss ging es zu meinem dritten Ironman in diesem Jahr. Zum einen standen gute Trainingsergebnisse da, auf der anderen Seite standen aber 900std harte Arbeit in 3 Monaten, Stress, ständige Schmerzen, eine kaputte Schulter und ein sehr heruntergekommenes Selbstbewusstsein, nach zwei verkorksten Langdistanzen.

Auch vor Ort war wenig auf eine gescheite Rennvorbereitung ausgelegt. Nach der Anreise standen 3 Tage New York City und eine Rundtour zu den Niagara Fällen und Kanada auf dem Plan.

Ein Jan Frodeno würde auf Hawaii sicherlich auch nicht seinen besten Tag haben, wenn er drei Tage hintereinander je 30km durch New York spazieren geht.

Aber vor Ort sagte ich mir halt "es ist wie es ist und mach einfach das beste draus!"

Das Schwimmen war bis kurz vor dem Start ungewiss, da der Ohio River von einer schweren Algenpest befallen war.

Da es grünes Licht gab, ging es früh morgens in die Wechselzone zur Vorbereitung. Nach dem am Rad alles klar war, mussten wir rund 2km zum Schwimmstart laufen, wo schon eine lange Schlange auf den, dort geplanten "Rolling Start" , wartete.

Es sollte am Renntag zwar warm und sonnig werden, aber die Frühtemperaturen vor dem Start waren lausig kalt.

Durch die kühlen Temperaturen am morgen wählte ich diesmal eine andere Taktik und entschied mich für trockene Rennkleidung nach dem Schwimmen.

Dann lieber Zeit in der Wechselzone liegen lassen, bevor die Muskulatur auf dem Rad durch kühle Temperaturen und nasse Kleidung versagt.

Beim Warten auf dem Schwimmstart froren die Füsse schon fast am Boden fest.

So war ich froh als ich dann endlich den Startschuss hörte und ins Wasser durfte.

Da ich beim Start recht weit vorne war und erstmal Druck machte, schwamm ich vorne weg und machte etwas Tempoarbeit. Da es aber zunächst gegen die Strömung ging war es eher unklug. Das Tempo hielt auch nicht lange an. Durch den Neo kam ich schnell ins Hohlkreuz und die Schulter wollte auch wieder nicht so recht.

Nach etwa 1500m wurde das Schwimmen eher zur Qual, was mich aber an diesem Tag nicht so recht störte.

So stieg ich nach, eher schlechten 70min, aus dem Wasser und machte mich auf in die Wechselzone.

Wie vorher eingeplant, dauerte der Wechsel etwas länger.

Auf dem Rad ging es zunächst flache 20km am Ohio River entlang. Dann wartete der erste Hügel zum Aufwärmen, ehe es nach 30km in eine 10-12km lange Wendepunktstrecke ging. Diese hatte es dann ,mit ordentlichen Steigungen , in sich.

Da es etwas durch den Wald ging und einige Abfahrten in dieser Passage waren, kühlte ich etwas aus und verlor den Rhythmus.

Es ging recht wellig und anspruchsvoll weiter. Oben gab es dann eine etwa 45km lange Runde die zweimal gefahren werden musste . Inzwischen wurde es auch deutlich wärmer und so fasste ich auf der zweiten Runde endlich den Mut etwas zu riskieren. Von km 130-180 fuhr ich wirklich stark und kassierte ab da ordentlich Leute ein. So konnte ich mich auf dem Rad von Gesamtrang 780 nach dem Schwimmen auf Rang 255 nach dem Rad vorarbeiten.

Nach einem ordentlichen Wechsel ging es mit relativ frischen Beinen und ordentlich Bock auf die Laufstrecke.

Sofort fand ich einen guten Laufryhthmus und ich versorgte mich gut.

Inzwischen war es auch gut warm. Es waren auch noch nicht viele Läufer auf der Strecke. Inzwischen war es ordentlich war und es waren meine Bedingungen. So machte ich mich auf die 42,2km lange Aufholjagd.

Es machte Spaß die Leute leiden zu sehen und so lief ich meinen Stiefel runter, inzwischen völlig im Plan.

So ging es dann, immer noch recht frisch , in die zweite Laufrunde. Bis zum Ende keinerlei Schäche, im Gegenteil, die letzten 3-5km konnte ich es riskieren und noch ein wenig zulegen.

So lief ich dann mit einer 3:46er Laufzeit nach 10:50 in der 4th Street of Louisville in den Zielkanal.

Ein toller Zieleinlauf, Gänsehaut pur und insgesamt ein tolles und unvergessliches Rennen in Kentucky.

Die Aufholjagd endete übrigens mit einem 137 Rang und Platz 27 in meiner AK.

Für das Hawaii Ticket natürlich zu wenig, aber für meinen miserablen Zustand der letzten Wochen ein tolles Ergebnis.



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