Marcus Triathlon Blog

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Ironman Maastricht-Trümmerhaufen Teil II

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Sa, August 08, 2015 10:55:54
Nur 3 Wochen nach der Datev Challenge Roth sollte es zum Ironman Maastricht-Limburg gehen.
An meinem Zustand und der gesamten Situation änderte sich bis dahin nicht viel.
Im Gegenteil, durch die Keilerei beim Schwimmen in Roth, war die linke Schulter auch immer noch hinüber.
Auch hier konnte hier das ganze aus zeitlichen Gründen nicht prüfen lassen.
An der beruflichen Situation hat sich ebenfalls nichts geändert.
So ging es dann freitags ins knapp 2Std entfernte Maastricht, in die benachbarten Niederlande.
Ein schönes beschauliches Städtchen, rund um den Fluß Maas. Anders als in den meisten Teilen der Niederlande wird hier in der Umgebung kein Flachland geboten.

Durch Ausläufer der Eifel ist es hier eher ein ständiges auf und ab.
Der Check-In lief unproblematisch und zügig und so konnte es auch ins Hotel nach Valkenburg gehen. Dies lag etwas außerhalb von Maastricht, dennoch ist der Schwimmstart innerhalb von gut 15min problemlos zu erreichen.
Samstags ging es dann noch mal ein Stündchen aufs Rad. Dabei fuhr ich zwei Anstiege, die auch einen Tag später auf mich warten sollten.
Das Gefühl war soweit gut und so war ich noch guter Dinge. Im Anschluss fuhr ich mit dem Auto die Strecke ab. Das ganze war aber nur teilweise erfolgreich, da die Strecke nur bedingt gekennzeichnet war und man nicht den kompletten Streckenverlauf einsehen konnte. Im Rennen konnte man das ganze auch nachvollziehen, weil es zum Teil über Radwege,Feld- und Wirtschaftswege ging, die mit dem Auto zum Teil gar nicht fahrbar waren.
Danach ging es zum Bike Check-In und noch eine Runde in die Innenstadt von Maastricht.

Am Abend schwirrten mal wieder viele Gedanken durch meinen Kopf und war es fast wie in Roth, eine schlaflose Nacht lag vor mir.
Der Wecker klingelte um 4Uhr und es ging Richtung Schwimmstart, der wie gesagt, sehr gut erreichbar war und man dort auch super parken konnte.
Um 7uhr erfolgte der Profistart, 10 Minuten später sollten dann die Age Grouper das Wasser zum kochen bringen. In Maastricht wurde ein neues Startkonzept angewendet. Es gab einen rollenden Start, bei dem alles einzeln über eine Rampe ins Wasser durften und sich entsprechend ihrer Leistung einsortieren sollten.
Da ich aufgrund der Rücken-und Schulterproblematik nicht mit einer guten Schwimmzeit rechnete, sortierte ich mich zwischen 60-65 Minuten ein.
Vor dem Start wurde mir der Neoprenanzug verschlossen. Dabei merkte ich im Unterberbewusstsein ein ungewöhnliches klicken, welches ich aber ignorierte.
Eine Sache die vielleicht im klaren Kopf und bei voller Konzentration anders aussieht.
Nach dem Startschuss kam ich zunächst gut weg. Nach etwa 100m platzte mir plötzlich der komplette Reißverschluss vom Neo auf. Jetzt konnte ich auch das klicken einsortieren. Er war schlichtweg zu weit nach oben verschlossen und so öffnete sich der Schnellverschluss. Der ganze Rücken war offen. Ich hatte keinerlei Wasserlage und es fühlte sich an als wenn ich die Titanic mit durchs Wasser ziehe. Im hinteren Teil der Strecke hatten wir nach etwa 1600m einen recht überflüssigen Landgang über eine Insel. Durch den geöffneten Neo kam ich kaum von der Stelle und durch die Verengung der Strecke wurde ich von hinten völlig über den Haufen geschwommen. Dennoch hatte ich den Willen das ganze mit Anstand zu Ende zu bringen. Es fühlte sich grauenhaft an und kostete enorm viel Kraft.
Ich kam zuletzt immer zwischen 55-58min aus dem Wasser. Nach 1:19 kam ich, völlig entkräftet aus aus der Maas und hatte natürlich nicht mehr die größte Motivation.
Ich schlich gefrustet durch die Wechselzone. Auf dem Rad kam die Motivation zurück und ich hatte zunächst richtig Bock. Der Streckenverlauf sollte mir das aber wieder nehmen. Die Umgebung ist wirklich sehenswert und man kann dort sicherlich toll Radfahren, der Streckenverlauf war aber sehr unglücklich gewählt und nicht Ironman würdig. Es ging kaum über richtige Straßen. die Strecke war geprägt von Radwegen,Feldwegen,Wirtschaftswegen,Buckelpisten. Es ging völlig verwinkelt durch verkehrsberuhigte Zonen und Wohngebieten. Über Wege wo nicht mal ein Auto drauf passt. Rauer Asphalt und defekte Straßen prägten die Strecke.
Es war nicht gut gekennzeichnet und teilweise schlecht gesperrt. Da war in der Nähe von Valkenburg einmal die eigene Strecke kreuzten wurde eine Überführung aus Holz gebastelt.. Die Strecke war auch sehr Anspruchsvoll und hatte pro Runde drei sehr ordentliche Anstiege. An denen hätte ich mir deutlich mehr Stimmung gewünscht. Teilweise kamen von oben aber auch Fußgänger und Räder entgegen.
An dem Streckenverlauf,den Sperrungen und der Kennzeichnung der Strecke ist deutlich nachzubessern. Wer eine schnelle Strecke erwartet ist hier völlig fehl am Platz. Die Streckenlänge ist mit 185km auch deutlich zu lang.
Man sollte zu einem Kurs wie Roth sicherlich 25min aufrechnen
Nach 60-70km war die Luft bei mir erneut raus. Ich habe derzeit einfach nicht die mentale Stärke für eine Langdistanz.
So war das Rennen für mich nach der ersten Radrunde beendet und wie war mental einfach nur fertig.
Vor Ort schaute ich mir dann noch das weitere Rennen an. Dabei konnte man auch auf der Laufstrecke einige Dinge bemängeln. Zum einen kann es nicht sein das der erste Verpflegungspunkt erst nach 3,5km auftaucht. Zum anderen war auch hier kaum eine Sperrung und Kennzeichnung der Strecke vorhanden.
Natürlich war innerhalb der Stadt ein großes Zuschaueraufkommen, aber die Stimmung im restlichen Teil.....kaum vorhanden.
Fazit also zum ersten Ironman Maastricht-Limburg:
Das Rennen hat ein gewisses Potential, wenn man einiges mehr investiert und mehr Aufwand betreibt. Man kann bei einer Firma wie Ironman erwarten das man einen gewissen Standard erfüllt und 500€ Startgeld auch gerecht wird.
Stellt man einige Dinge ab,kann es ein tolles Rennen werden.
Wie geht's mit mir weiter?
Ich sollte sicherlich aufpassen das ich nicht völlig ins Loch falle. Dringen sollte ein Erfolgserlebnis her.
Ich versuche den Streß möglich von mir zu weisen, was aber nicht immer möglich ist.
Ich habe in den letzten Tagen versucht das ganze zu akzeptieren und hoffe das ich auf dem richtigen Weg bin.







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