Marcus Triathlon Blog

Marcus Triathlon Blog

About Triathlon & my Life

Hier im Blog erfahrt ihr alle News über Training und Wettkämpfe.
Von der Herzschrittmacher OP 2005 bis zur Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii 2009 und dem Kampf gegen den Krebs 2010


zurück zur Homepage

Vom Ironman zum Trümmerhaufen

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Mi, August 05, 2015 20:49:45

Eigentlich sollte der Blog prall gefüllt sein, mit Vorberichten und Wettkampf Berichten von den Hightlights des Sommers, der Datev Challenge Roth und dem Ironman Maastricht-Limburg.Aber bereits im Vorfeld der Challenge Roth war mir nicht danach etwas zu berichten.Wie schon kurz vor Luxembourg beschrieben, gab es Probleme im unteren Rücken. Ich hatte es auch kurzzeitig prüfen lassen und es kamen kurzzeitig beängstigende Diagnosen auf mich zu.Zum einen wurde mir zu einer Untersuchung in Sachen Krebs geraten, dann sollte eine Entzündung im Beckenbereich vorliegen, dann hieß es Bandscheibenvorfall.

Im Anschluss musste ich die Untersuchungen ein zeitlichen Gründen aufgeben und sitze weiterhin hier mit Schmerzen und Problemen, die sich aber inzwischen auch anders äußern.

Ich bin aber inzwischen ein wenig schlauer und kann sagen das die körperlichen Probleme auf den Arbeitsstress der letzten Wochen zurückzuführen sind.

Ein neues Projekt, das ich nun seit Ende Mai leite, fordert einfach körperlich und mental in einem Ausmaß in dem sich der Job und Leistungssport auf einem bestimmten Level nicht mehr zusammen bringen lassen.

Seit Mai habe ich nun ( bis auf die beiden Wettkampf Wochenenden ) jedes Wochenende gearbeitet, habe im Juli 273 std gearbeitet. Da kann einfach keiner mehr klar denken und im vorbeigehen eine Langdistanz finishen, erst recht keine zwei innerhalb von 3 Wochen.

Die Rückenprobleme weiteten sich auch aus. Es ging in eine Art Rheuma über. Ich konnte im linken Arm die Hand teilweise nicht mehr zur Faust machen. Es war kaum mehr möglich sich zu bücken. Ich bewegte mich wie ein 80jähriger Rheumakranker.

So wagte ich mich dennoch nach Roth und bekam das was ich vorher erwartete. Eine gehörige Portion Frust. mal eben kurz nach der Arbeit los nach Roth. 7 1/2 std Anfahrt mit Dauerstau und damit den nächsten Stress.

Vor Art schaffte ich es zu keinem Zeitpunkt abzuschalten und hatte ja nebenbei noch diverse körperliche Probleme. Trotzdem versuchte ich das unmögliche zu schaffen und stand morgens am Start zu meiner ersten Challenge Roth.

Nach den tollen Schwimmzeiten, von 55min, ordnete ich mich dementsprechend vorne ein und versuchte das Feld aufzumischen. Das Schwimmen in Roth hat vor und Nachteile. Die 200 Athleten umfassenden Wellen bieten zwar mehr Platz, aber ich muss mich ständig durch die 5min vor mir startenden Gruppen wühlen. Und so kam es, das ich mich nach etwa 800-1000m mit einem Athleten mit dem linken Arm verkeilte. Es knackte und schmerzte in der linken Schulter. Es war kaum noch ein gescheites Schwimmen möglich und so rette ich mich total gefrustet nach 1:05 an Land. Mit hängenden Kopf schlich ich durch die Wechselzone.

Auf dem Rad konnte ich mich aber neu motivieren und fuhr sehr ordentlich und völlig nach Plan los. Nach dem Leistungstest in der Vorwoche wurde mir nahegelegt eine Zeit von 4:56 std zu fahren,oder die Sparversion von 5:02 std und einem darauffolgenden Top Marathon. Ich hatte durch den körperlichen Zustand meine Zweifel und glaubte eigentlich zu keinem Zeitpunkt an mich und an ein Finish. Und wer so ins Rennen geht, der hat auch keinerlei Chance eine Langdistanz zu finishen.

Trotzdem fuhr ich brav nach meiner Datei und konnte locker das Tempo halten. Nachdem es lange den Kalvarienberg hinauf ging und es dann in die Abfahrt ging, machte es Klick. Von einem auf den anderen Moment meldete sich der Rücken, es schmerzte die Schulter und aus heiterem Himmel war die Motivation weg.

Es dauerte nicht sehr lange und alles war weg, ALLES. Ich beschloss das Rennen vorzeitig zu beenden, aber wenigstens noch einmal den Solarer Berg zu fahren.

Und das hatte sich gelohnt. Einfach ein Hammer Erlebnis in dieser Menschenmasse den Berg zu fahren.

So hörte ich einfach oben am Berg auf. Das schlimme war....Ich fühlte NICHTS! Keinen Frust, keine Trauer, einfach NICHTS.

Im Anschluss fuhr ich noch mit dem Rad nach Roth,packte das Auto ein und schaute mir an wie Nils Frommhold das Rennen als Sieger beendete.

So ging es am Folgetag wieder zurück in die Heimat und der Alltag hatte mich schnell wieder. Leider ging es auch weiter bergab.

Hier möchte ich aber in einem weiteren Bericht auf den Ironman Maastricht eingehen und einige Worte zum Rennen selber verlieren, wo ich dann auch noch mal ein paar Worte über meinen derzeitigen Zustand verlieren werde.......





  • Kommentare(0)//blog.marcus-ziemann.com/#post113