Marcus Triathlon Blog

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About Triathlon & my Life

Hier im Blog erfahrt ihr alle News über Training und Wettkämpfe.
Von der Herzschrittmacher OP 2005 bis zur Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii 2009 und dem Kampf gegen den Krebs 2010


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Ironman Fortaleza

Rennberichte 2016Geschrieben von Marcus Ziemann So, Dezember 18, 2016 11:05:22

Vier Wochen ist das letzte große Rennen des Jahres nun her. Zeit das ganze endlich mal in Worte zu fassen.

Die Vorbereitung für den Ironman Fortaleza lief nicht ganz optimal. Zum einen Stress im Job und zum anderen 3 Wochen vor dem Brasilien noch ein 2 wöchiger Florida Urlaub. Natürlich herrlich zum entspannen, aber in der heißen Phase 3 Wochen ohne Rad Training ist dann auch alles andere als optimal.

Dazu wusste ich ja das nach dem Rennen die OP mit dem Herzschrittmacher auf mich warten sollte, was für den Brasilien Trip und dem Rennen eine Herausforderung für den Kopf darstellen sollte.

So ging es dann am 11.11 in den Flieger nach Brasilien. Ein neues Abenteuer sollte mich erwarten, da ich zuvor noch nie in Südamerika war. Was man so über Fortaleza gelesen hatte, flößte schon ein wenig Respekt ein. So nimmt Fortaleza Rang 7 in der Liste der weltweit gefährlichsten Städte der Welt ein. Ich kann es aber vorweg nehmen, ich fühlte mich immer willkommen und gut aufgehoben. Ich habe aber, trotz Südafrika und Mexiko, noch nie so viel Armut, Müll und heruntergekommene Häuser gesehen. Es ist einfach eine andere Welt, was aber nicht negativ gemeint ist.

Man muss halt nicht immer alles perfekt haben.

Vor dem Rennen versuchte ich vor Ort ein paar letzte Trainingseinheiten abzuspulen, was sich aber als schwierig heraus. Schwimmen war an den Stränden kaum möglich, da 3-4 Meter hohe Wellen das verhinderten. Rad Training war sehr schwierig, da die zu der einen Seite eine 3 Mio Einwohner Metropole auf mich wartete und zur anderen Seite warteten völlig kaputte Straßen und Viertel in denen man besser nicht Rad fährt und läuft.

Das andere Problem auf dem Rad war der heftige Wind, der stetig mit 30-40 km/h blies, mit Böen von 60-70km/h.

Das gute war, das es für das Rennen keine Überraschung geben konnte. Wenn man morgens aufstand, wusste man wie der Tag wird. Der Wind war immer da und morgens um 8 Uhr war es bereits brutal heiß.

Dort am Äquator ist die Sonneneinstrahlung eine ganz andere. Die Sonne steht morgens um 8 Uhr bereits hoch am Himmel, So wie es hier im Sommer selbst bei 40 Grad nie sein wird.

Vor dem Rennen unternahm ich noch einige Ausflüge und kann nur sagen das wirklich beeindruckende Seiten vom Bundesstaat Ceara kennenlernen durfte.

Organisatorisch verlief vor dem Rennen ebenfalls alles optimal. Zwar gab es das sprachliche Problem, da wirklich kaum einer englisch spricht, aber trotzdem war der Ironman Top organisiert.

Nun zum Renntag. Der Start sollte bereits um 6 Uhr erfolgen. So machte ich bereits am Vorabend meine Radflaschen für das Rennen fertig und packte dieses ins Eisfach. 2 Gelflaschen hinter dem Sattel und eine Profile Flasche am Lenker. So packte ich vor dem Start die eisgekühlten Flaschen ans Rad.

Um 6 Uhr dann die erste Start Welle. 10min später erfolgte dann mein Start. Um 4;30 wird es dort bereits hell und die Nacht Temperaturen lagen bei 25-27 Grad. Das Wasser war mit 28 Grad ebenfalls warm. Der Schwimmkurs war ein Rechteck zur linken Seite, danach ein Landgang, um dann noch einmal raus zu schwimmen und dann nach rechts in den Hafen abzubiegen. Etwa zur Mitte der ersten Runde war es wirklich grausam. Das Meer war so unruhig, das man nie einen Rhythmus finden konnte und man auch nie sehen konnte, wo man eigentlich hin schwimmt. Gefühlt war meine Performance zum Landgang gar nicht so schlecht. Die Zahlen sprachen andere Bände. Zur zweiten Runde ging dann fast gar nichts mehr. Es gab zum schwimmen aber schon viele Ausfälle und Leute die es nicht im Limit schafften. Die Strecke war mit rund 4500m auch deutlich zu lang.

Auf jeden Fall hat das Schwimmen deutlich zu viel Körner gekostet.

Auf dem Rad ging es dann Rund 60km raus,dann zur Hälfte zurück, erneut zum Wendepunkt und dann die letzten 60km komplett zurück. Der Wind blies zunächst im Rücken, was bedeuten sollte das die 30km zum Wendepunkt gegen den Wind gingen und komplett die letzten 60km zurück zur Wechselzone.

Die ersten 10km aus der Wechselzone ging es durch die Stadt.
Ein grausames Bild mit zerfallenen Häusern und viel Müll und kaputten Straßen. Danach wurde es einsamer und es ging auf einen Highway.

Nach etwa 20min nahm ich den ersten Schluck aus meiner Flasche am Lenker und stellte fest das alles bereits sehr warm war. Ich nahm alle 10km neue Flaschen auf, um zu kühlen. Aber die Flüssigkeit vermischte sich nicht, so kam ich kaum an kalte Getränke.

Nach etwa 20km wollte ich dann Gel aus meiner Flasche hinterm Sattel aufnehmen. Ich merkte aber schnell das mein Gel kurz vor dem kochen stand, so warm war die Flasche. Ein widerlicher Geschmack. Ich musste insgesamt dreimal anhalten und mich übergeben. Somit konnte ich das ganze Rennen keine Gels aufnehmen. Damit war ein Finish eigentlich schon fast ausgeschlossen.

Mit einem 36er Schnitt kam ich hinten am Wendepunkt nach 60km an. Normalerweise Top, nicht aber mit dem Wind im Rücken. Denn nach dem Wendepunkt ging es kaum noch voran. Es war nicht nur körperlich brutal gegen diesen Wind anzufahren. Auch mental eine große Herausforderung. Nach etwa 5km setzte ich zum Überholvorgang an , was einem Kampfrichter auf dem Motorrad zu lange dauerte. So setzte es tatsächlich in meinem 22 Ironman meine erste Zeitstrafe.

Kurze Zeit später ging es durch ein Gebiet mit heftigen Waldbränden und man bekam kaum Luft. Ich musste mich erneut übergeben. Das alles gab mir den Rest. Ich hielt an und wollte eigentlich aussteigen. Ich stieg erneut auf und fuhr bis km 86. Dort wartete mein Penatlty Zelt auf mich. Zu meiner Überraschung sprach mit dort einer der Kampfrichter auf deutsch an, weil dieser junge Brasilianer eine Weile in Deutschland lebte. Das gab mir wohl neue Energie und so nahm ich nach der 5 minütigen Zeitstrafe das Rennen wieder auf. Die letzten 60km zurück zur Wechselzone waren wirklich brutal hart. Bei Kilometer 178 dann noch ein Schreckmoment. Ich fuhr durch ein heftiges Schlagloch, hatte aber Glück das ich mich auf dem Rad halten konnte.

Ein schönes Gefühl dann nach 182 Kilometern wieder die Füße auf dem Boden zu haben. Die ersten Meter Lauf fühlten sich auch wirklich gut an. Es war aber so brutal heiß, das ich mich am ersten Verpflegungsstand mit allem versorgte was ich greifen konnte.

Eis in den Einteiler, Eis unter die Kappe. Dazu kalte Schwämme und Wasser. Cola in den Rachen, um endlich Energie aufzunehmen und weiter ging es. So ging es dann von Aid Station zu Aid Station. Das machte natürlich den Lauf insgesamt langsam.

Aber wichtiger war es durchzukommen.

Zu laufen waren 3x14km . In der letzten 14km Runde wusste ich das Rennen im Sack hatte und so erhöhte ich das Tempo und lies teilweise Verpflegung aus. So wurde dann auch die letzte Runde die schnellste. Die letzten 6km waren wirklich Top.

So konnte ich dann mit einem 200. Gesamtplatz und Rang 39 in der AK ins Ziel einlaufen. Es war eines meiner härtesten Rennen und so kann kann nur stolz sein gesund das Rennen nach Hause gebracht zu haben.

Wie hart es war zeigt auch das ich in der Nacht nach dem Rennen eine 1,5 L Flasche Cola und Fanta ausgetrunken habe. 3 Liter Flüssigkeit in der Nacht da!

Aber schönes Rennen. Tolle Stimmung, tolles Rennen und eine große Herausforderung.

Ich wollte das Rennen auch für 2017 wieder in meinen Plan aufnehmen, aber leider wird es nur noch als 70.3 Rennen stattfinden

Bevor es an weitere Pläne geht, gilt es erst einmal die Herz Geschichte zu überstehen.

Bis dahin wünsche ich allen erst einmal besinnliche Festtage!



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Ironman Vichy 2016 - einer geht noch....

Rennberichte 2016Geschrieben von Marcus Ziemann Sa, September 17, 2016 22:26:02

Drei Wochen sind nun seit dem Ironman Vichy vergangen. Es wird dann langsam mal Zeit das geschehene in Worte zu fassen. Eigentlich reicht mein Ironman Vichy 2016 um ein ganzes Buch damit zu füllen! Selten, wirklich sehr selten lief eine meiner 21 Langdistanzen mal glatt., aber Vichy hat diesmal wirklich dem Fass den Boden ausgeschlagen. Aber der Reihe nach....

Am Donnerstag vor dem Rennen ging es die knapp 900km in den französischen Thermen Ort Vichy. Dort hatte ich ja bereits im letzten Jahr den Ironman 70.3 bestritten und kannte somit Strecke und Gegebenheiten. Hier in Deutschland war es mit gut 30 Grad ja schon recht warm, aber in Vichy war es mit 37-39 Grad noch einmal deutlich heißer.

Da ich ja zuerst für den Ironman Kopenhagen gemeldet war und erst später auf Vichy umgemeldet hatte, gab es erhebliche Probleme mit der Unterkunft.

Somit war die Unterkunft eine Blockhütte und das ganze etwa 40km vom Start entfernt.

Die Vorbereitungen mit Check-In und letzter Ausfahrt liefen reibungslos. Bereits Freitag Abend wurde, aufgrund einer Wassertemperatur von 25 Grad, ein Neoprenverbot ausgesprochen.

Durch die Schulter- und Rückenprobleme für mich nicht optimal, aber aufgrund der Temperaturen völlig verständlich.

Am Rennmorgen klingelte der Wecker, aufgrund der längeren Anfahrt, bereits um 3:45.

Vor Ort lief die Vorbereitung reibungslos und planmäßig So war ich früh genug bereit zum Rolling Start. So wurden also die 2000 Athleten wieder per Einzelstart zu Wasser gelassen. Ich sortierte mich, aufgrund der bekannten Probleme, eher verhalten zwischen 1:05 und 1:10 ein. Wenn ich nur geahnt hätte was noch folgen sollte.....

Nach dem Sprung in den Lac d'Allier fand ich recht schnell meinen Rhythmus und es fühlte sich ganz gut an. An diesem Teil des Flusses befindet sich eine Regatta Strecke. Ich fad die Strecke aber etwas unübersichtlich. Aus dem Wasser heraus hat man einfach zu viele Bojen gesehen und ich konnte kaum einsortieren ob es die von der ersten, oder zweiten Runde waren. Völlig ein Gedanken schwamm ich auf eine kleine Boje der Regatta Strecke auf. Diese war aber nicht, wie ich eigentlich dachte, aus Plastik. Die Boje war steinhart und es machte in meinem rechten Mittelfinger laut knack. Der Finger war durch und es schmerzte einfach nur. Irgendwie rettete ich mich zum Landgang. Es ging dann über den Betonsteg und von dort mit einem Sprung in die zweite Runde. Vor mir tummelten sich einige Athleten und so konnte ich einfach nur kerzengerade ins Wasser Springen. Plötzlich schlug ich mit dem linken Fuß auf dem Grund auf und riss mir dabei einen Fußnagel raus. Das alles schon zur Hälfte der ersten Disziplin., schon nach etwa 35min von 10:30 bis 11:00 std Wettkampfdauer???

Ich rettete mich durch den Schwimmsplit und kam nach, unfassbaren 1:18 aus dem Wasser. Beim Wechsel zeigten sich die ersten Probleme. Schmerzen im Finger, offener Fuß.

Ab aufs Rad und auch hier zeigte sich schnell das es nicht einfach werden wird. Ich konnte mit der rechten Hand kaum bremsen. Vom letzten Jahr kannte ich auch schon den Zustand der Straßen. Rauher Asphalt und etliche Schlaglöcher machen den Kurs nicht wirklich schnell.

Nach einigen Kilometern merkte ich plötzlich wie mein Lenker immer weiter nach unten absackte. Ich krallte ich an den Extensions fest um etwas dagegen zu arbeiten. Das konnte aber auch keine 180km lang gut gehen. Es sollte aber das geringste Problem des Tages sein. Nach kurzer Zeit machte es dann zum ersten Mal ziiiiissssssch. Fuck, ein platten im Vorderrad. Zum Glück hatte ich mir am Vortag noch einen zweiten Schlauch an den Sattel geklebt. Schlauch gewechselt und weiter. Nach kurzer Zeit erneut ziiiiiiiiiissssssssch.....What the f......!?

Ich nahm erstmal mein Pannenspray zu Hilfe, welches sich aber schnell über das ganze Laufrad verteilte, da wohl ein größeres Loch im Schlauch war. Also nächsten Schlauch wechseln und weiter. Auch diesmal sollte die Fahrt nicht lange andauern. Lauter Knall und ein schnelles zisch und mein Rennen schien gelaufen. Ich hatte kein weiteres Ersatzmaterial zur Verfügung. Am Rand waren einige Zuschauer und so kaum ein Franzose mit Rennrad auf mich zu. Leider konnte er nur französisch, bot mir aber schnell einen Ersatzschlauch an. Dank Ventilverlängerung konnte ich diesen sogar nutzen. So ging es tatsächlich noch einmal auf die Piste. Dann passierte wirklich das unfassbare., zum vierten mal ein lauter Knall !!!!!!!!!!!!!

In einem kleinen Dorf mit ein paar Häusern kam es dann zu meinem vierten Platten, allesamt im Vorderrad!!!!!!!

Ich stellte das Rad an einem Kreuz, ab und setzte mich . Fassungslos sah ich mir an wie die Athleten an mir vorbei fuhren.Zwischendurch kreuzten auch einige Motorräder den Weg, aber kein Service in Sicht. Für mich war das Rennen beendet!!!!!

Einige Anwohner standen vor ihren Häusern und beobachteten mich. Einer kam plötzlich auf mich zu und sprach mit an, natürlich zunächst auf Französisch. Aber er war dann wenigstens halbwegs der englischen Sprache mächtig. Ich erklärte im meine Ausgangslage. So viel Pech ich an diesem Tag auch hatte, so viel Glück sollte ich jetzt haben. Er war ebenfalls Sportler und bot mir ein Vorderrad an!!!

Unglaublich. Ich bleibe mitten im nichts stehen und ein Franzose bietet mit ein Zipp Vorderrad an???? Ich nickte natürlich und er marschierte los und schleppte tatsächlich ein Laufrad mit an. Da ich inzwischen fast eine Stunde verloren hatte, hatte ich es nicht mehr sonderlich eilig. Wir tauschten uns aus, damit ich am nächsten Tag das Laufrad wieder zurück tauschen konnte. Und so ging es erneut auf die Strecke. Logischerweise war ich nun soweit hinten durchgereicht, das ich ein deutlich höheres Tempo als der Rest fuhr und somit auch keinen Anhaltspunkt mehr zum Mitfahren hatte.Woher ich an diesem Tag die Motivation herbekommen habe dieses Rennen zu beenden? Keine Ahnung, aber null Gedanken ans Aussteigen.

Nach unendlichen 6:15 konnte ich dann das Rad in T2 abstellen und endlich in die Laufschuhe wechseln. Die ersten 5km konnte ich dann im 4:50er Schnitt anlaufen, aber aufgrund der Hitze und der, doch etwas angekratzten Motivation, nicht mehr lange halten. Die warmen Getränke nervten doch sehr und durch die Wasserschläuche waren die Schuhe schnell total nass und die Füße völlig aufgeweicht. In der vierten und letzten Laufrunde war es dann auch endgültig vorbei mit der Herrlichkeit. Ständige Seitenstiche wollten einfach keinen richtigen Lauf mehr zulassen. Die 11std Marke konnte ich eh nicht mehr abwenden und so watschelte ich dann irgendwann durchs Ziel.

Trotz allem aber ein wenig stolz, trotz dieser unglaublichen Schei..... an diesem Tag das Rennen beendet zu haben. Finger gebrochen, Fußnagel herausgerissen, 4 Platten.....und eine 11:xx. So sieht das kurze Fazit vom Ironman Vichy aus.

Nach meinem Finish konnte ich dann noch die Sichtweise der Athleten erleben, die sonst mit dem Cutt Off kämpfen.

Ich wechselte kurz meine Sachen und ging noch einmal auf die Laufstrecke, um meine Begleitung aus Seattle pünktlich und glücklich ins Ziel zu bringen.

Somit war der Ironman Vichy ganz sicher eine Langdistanz die man mit der Zielzeit schnell vergessen sollte, aber mit dem erlebten wird dieser Ironman noch länger im Gedächtnis bleiben



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Ironman 70.3 Gdynia

Rennberichte 2016Geschrieben von Marcus Ziemann Sa, August 13, 2016 20:03:26

Drei Wochen vor dem Ironman Vichy ging es am letzten Wochenende an die polnische Ostseeküste zum Ironman 70.3 Gdynia.

Die Anreise begann am Donnerstagabend, zunächst mit einer Übernachtung in Berlin, und wurde dann am frühen Freitagmorgen fortgeführt. Das Wetter war alles andere als toll, ebenso wie die polnischen Straßen im weiteren Verlauf. Was zunächst als Autobahn angekündigt war, waren mehr Landstraßen und Stadtstraßen. So dauerte der Hinweg mit 13:30 StD eine gefühlte Ewigkeit.

Am späten Nachmittag konnten wir noch die Startunterlagen abholen und wurden dabei schon kräftig nass. Im Anschluss wurde noch einmal zum Lockern die Ostsee getestet.
Samstag morgen zeigte sich Gdynia dann von der besseren Seite. Es war zwar noch kühl, aber zumindest zeigte sich die Sonne und so konnte man bei einer kurzen Ausfahrt die Beine lockern. Da bekam man schon den ersten Eindruck wo die 900 Höhenmeter vom Radkurs herkommen könnten. Den weiteren Tag konnten wir locker ausklingen lassen und ein wenig die Hafenstadt erkunden, welche sich nördlich von Danzig befindet. Ein Wochenende in Gdynia ist sicherlich mal zu empfehlen.

Nun zum Renntag. Früh um 5:45 klingelte der Wecker und so machten wir uns auf den weg Richtung Wechselzone. Das Wetter sollte sonnig werden, aber es war am morgen doch sehr kühl und vor allem war es sehr windig, was im weiteren Verlauf noch deutlich spüren sollte.

Um 8:40 erfolgte mein Start. Ein Schwimmstart vom Strand aus. Ich fand schnell einen guten Rhythmus Die Strömung zog uns gut ins Meer hinaus und so war das Tempo hoch. Bereits am Wendepunkt wurden die ersten Athleten aus der Gruppe eingesammelt die 10min vor uns am Start waren. Von da an wurde das Meer aber auch deutlich unruhiger. Ich befand mich noch in der Spitzengruppe und das Feld der vorderen Gruppe wurde immer dichter. Richtung Schwimmausstieg war es dann sehr voll und es waren auch Leute dabei,welche 20 Minuten und vorher gestartet waren. Da verlor ich doch irgendwann den Rhythmus und den Anschluss zur Spitze. So konnte ich nach 30min aus dem Wasser steigen, auf Platz 16 in der AK liegend. Nicht ganz schlecht bei 500 Athleten in der AK.

Der Wechsel war dann eher suboptimal und so ging es etwas genervt auf die 90 anspruchsvollen Kilometer.

Es dauerte nicht wirklich lange um zu bemerkten das die Wahl vom 90mm Vorderrad mal mehr als bescheiden war. Der Wind kam gefühlt von allen Seiten und ich hatte kaum Kontrolle über das Rad. An einer Aeroposition war kaum zu denken. Ab KM 15 ging es dann erstmal für 10km rauf. Wenn es dann aber mal flach war, oder in eine Abfahrt ging, dann wurde es direkt ungemütlich im Vorderrad. Die letzten 30km führten dann überwiegend bergab und konnten den miserablen Schnitt noch einmal steigern.

Etwas enttäuscht ging es dann den letzten Kilometer über Kopfsteinpflaster zurück in die Wechselzone. Ein Radkurs der mir eigentlich sehr liegen sollte und dann so eine Nummer mit dem Wind.

Der zweite Wechsel war dann ok und so konnte es dann auf die Laufpiste gehen. 3 Runden ging es durch den Hafen, die Innenstadt und an der Strandpromenade entlang. Super tolle Stimmung und eine echt gute Laufstrecke.
Ich konnte irgendwie nicht richtig schnell, aber unheimlich konstant im 4:50er Schnitt laufen. Zum einen fehlte der letzte Wille, aufgrund der Radzeit, zum anderen steht der Ironman Vichy vor der Tür. Aufgrund der gesundheitlichen Situation war der Kopf auch nicht so ganz frei. Ich denke aufgrund dieser Situation ist der Auftritt auch als durchaus stark zu bewerten.



So ging es dann alles in allem doch zufrieden in den Zielkanal um einen wunderschönen Zieleinlauf zu genießen.

Schwimmen und Lauf passte, Rad hätte vielleicht auch passen können. Der Wettkampf schreit nach Wiederholung. Super gelungenes Wochenende an der Ostsee das Lust auf Vichy macht !!!





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Ironman 70.3 Luxembourg

Rennberichte 2016Geschrieben von Marcus Ziemann Di, Juni 21, 2016 22:19:16

Irgenwie muss ich als Kind böse gewesen sein, anders ist der Ironman 70.3 im luxemburgischen Remich nicht zu erklären.

Zum einen tauchte in der Rennwoche das Gerücht auf das es eine Absage des Schwimmens geben könnte und zum anderen drohte Unwetterartiges und kühles Wetter für den Renntag.

Der erste Teil wurde dann auch zwei Tage vor dem Rennen bestätigt werden. Das Rennen sollte als Duathlon ausgetragen werden und das Schwimmen mit 5k Lauf ersetzt werden.

Durch den Start am Sa war der Check-In und die Ausgabe der Startunterlagen auf 19uhr am Freitag begrenzt. Da ich aber zum Arbeiten Volk gehöre, kam ich dadurch arg in den Stress und so kam es das ich, bedingt durch ordentlich Stau, kurz vor Toresschluss in Remich eintraf.

Dann nahm das Chaos seinen Lauf. Als ich das Rad fertig machen wollte, rollte eine heftige Gewitterfront an und es knallte mächtig los. Die Aufkleber flogen weg und ich musste mich ins Auto retten und beten das mein Rad überlebt. Nach einer Weile beschloss ich einfach irgendwas in den Beutel zu schmeißen und irgendwie einzuchecken.

So hatte ich am Rennmorgen noch ordentlich Stress, konnte aber wenigstens im Hotel noch mal alles durchspielen. Optimale Vorbereitung geht aber anders.

Am Rennmorgen war es zunächst trocken, Unwetterfronten zogen aber auf.



Der Rennstart sollte um 10:15 erfolgen, im selben Ablauf wie zum Schwimm Start. Alle 5 Sekunden wurden 5 Athleten losgelassen. Die Beine fühlten sich gut an und ich fand mein Tempo. Es ging über die 5,3km Runde vom Halbmarathon, plus den Weg vom Schwimm Start und zur Wechselzone. Somit war der erste Lauf 5,6 km lang. Ich war doch inzwischen deutlich "drüber" und lief nach 20:42 in die Wechselzone ein. Das bedeutete 3;42 im Schnitt und eine 5km Zeit von 18:32. Zu diesem Zeitpunkt auf Platz 5 liegend folgte ein perfekter erster Wechsel.

Auf dem Rad hatte ich ebenfalls super Beine und so kam ich beim Wendepunkt nach 20km exakt nach 29:23 an, was einem Schnitt von 40,71 km/h entsprach. Wahnsinn!!!

Nach etwa 13k erwischte mich der erste Schauer, nach etwa 25-27km der nächste.

Bei km 35 ging es dann erstmal rauf und es folgte der Auftakt der knapp 900 Höhenmeter. Leider schlug auch das Wetter immer wieder um. Ich bin bekanntlich ein sehr schlechter Abfahrer, aber wenn es dann noch nass ist, dann hört der Spaß auf. Und so wurde aus dem super Schnitt eher eine Sightseeing-Tour. Und bei 11 Grad und Regen meldete sich auch der Rücken und ich fühlte mich allgemein nicht mehr wohl.

So brachte ich es auf dem Rad mit einem Schnitt von 33,3 km/h in die Wechselzone. Schade, es hätte schnell werden können, aber immer noch besser als sich von der Straße kratzen zu können.

Beim Auftakt zum zweiten Lauf merkte ich direkt das ich einfach vom kühlen Wetter "steif" war und so konnte ich zwar kein Tempo mehr machen, aber wenigstens von vorne bis hinten mein Tempo halten.

Mit einer Endzeit von 4:53 kann ich unter den Umständen doch ganz gut leben. Wäre nur schön wenn mal etwas ohne Probleme, ohne Stress und mit gutem Wetter ablaufen könnte.

Ein paar Versuche folgen ja dieses Jahr noch



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Ironman South Africa 2016

Rennberichte 2016Geschrieben von Marcus Ziemann So, April 17, 2016 10:35:22

Eine Woche ist nun vergangen und ich bin, nach langer Heimreise, wieder gesund zuhause angekommen.

Zeit genug also das Rennen sacken zu lassen.

Es gibt Tage an denen man aus dem Bett steigt und schon dieses Gefühl hat, das Gefühl das es wohl nicht der erhoffte Tag werden wird.

So war es letzten So, als um 3:55 der Wecker bimmelte.

Kurzes Frühstück und auf ging es zu Fuß vom Hotel zur Wechselzone. Dort klappte eigentlich alles gut und ich war relativ früh bereit fürs Rennen.

Für einen Ironman am unteren Ende der Welt war es fast wie zuhause. Man traf unendlich viele Leute am Rennmorgen.

Sehr schöne Kulisse zum Start. Das Meer und der Pier in der aufgehenden Sonne, die vielen Zuschauer und einheimische Tänzer am Strand.
So kann ein Rennmorgen besser nicht beginnen. Um 6:30 erfolgte der Start der Profis. Ab 6:45 dann der Rolling Start. Alles 10 Sekunden wurden 10 Athleten zu Wasser gelassen. Es begann sehr entspannt, ohne Prügel. Ich merkte aber schnell das der Indische Ozean draußen nicht so ruhig sein sollte, wie es von außen wirkte. Das Meer war sehr unruhig und man wurde wie in einer Waschtrommel ständig zu allen Seiten geschaukelt. So konnte man einfach nicht ruhig schwimmen. Als ich versuchte meinen Rhythmus zu finden, wurde ich unsanft geweckt. Ich hatte Kontakt mit einer sogenannten Bluebottle, eine Quallenart an der südafrikanischen Küste.

Ich fand die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Rennen nicht gut und so kam ich mir zu diesem Zeitpunkt recht einsam vor. Ich wusste ja nicht ob es, durch die Qualle, zu einer Reaktion kommen würde, der der Kontakt auch im Geschichte war. Mit gemischten Gefühlen ging es weiter. Die Sicht war durch das Meer auch verdammt schlecht. Irgendwann war dann auch endlich das hintere Ende erreicht und es ging mit zwei Wendebojen endlich zurück. Auf dem Rückweg dann wieder ein Schlag am Hals und erneut Quallenkontakt. Ich wollte nur noch raus aus dem Meer. Nach gefühlten 3StD dann endlich Strand unter den Füßen und der Weg zur Wechselzone. Dort der nächste Schock. Der Reißverschluss von meinem Rennanzug war aufgeplatzt und kaputt, so dass er oben fest hing und unten offen war. Zwei Volunteers versuchten das Problem zu lösen, das Ergebnis war aber negativ.

So ging es mit ungutem Gefühl auf die 180 Rad Kilometer. Abgesehen von der Strecke warteten auch hier einige Herausforderungen. Durch den Linksverkehr wurden die Radflaschen links angegeben. Sehr ungewohnt und nicht einfach.

Irgendwie merkte ich schnell das einfach kein Druck auf den Pedalen war und (durch die Quallen ?) der Kopf total dicht war. Vom Magen her fühlte sich auch alles nicht so toll an. Kann halt passieren beim Schwimmen im Salzwasser.

So ging es auf dem Rad zunächst die Küste entlang, um dann rechts zum ersten großen Ausstieg abzubiegen. Dort lief es eigentlich recht gut, fand ich. Trotzdem konnte ich nie wirklich gute Werte treten. Inzwischen wurde es auf dem Rad auch schon recht warm unter dem Aerohelm.

Ohne große Vorkommnisse ging es in die zweite Runde. Der Wind nahm etwas zu, war aber längst nicht so übel wie zu Beginn der Woche.

Da ich inzwischen auch einfach zu viel Zeit verloren hatte, fuhr ich längst nicht am Limit, sondern fuhr einfach meinen Stiefel in Richtung Wechselzone runter.

Nach enttäuschenden 5:50 ging es dann in die zweite Wechselzone. Der Wechsel zum Lauf ging Problemlos über die Bühne und ich war froh in den Laufschuhen zu sein. Ich wusste noch nicht wie es mit der Energie so reichen würde, da ich sehr wenig aus meiner Gel Flasche aufgenommen hatte, da das Zeug durch die Hitze unangenehm warm war und einfach übel schmeckte.

Die erste Laufrunde war klasse, obwohl es inzwischen bei 34 Grad, ohne jeden Meter Schatten, sehr warm war.

Auf der zweiten von vier Laufrunden plötzlich Stiche im rechten Rippenfell.

Ich hielt kurz an und versuchte ruhig zu atmen. Es folgten immer wieder versuche, aber das ganze zog sich die nächsten 15 km. Immer wieder zwang mich das ganze zu Gehpausen.
Doch der Wille war einfach stärker und so hatte ich den Schmerz irgendwo zwischen km 25–27 besiegt und ich konnte wieder durchlaufen.

Die Stimmung an der Laufstrecke war gigantisch und immer wieder wurde man nach vorne gefüllt Ab dem letzten Wendepunkt war ich mir sicher das ich wieder richtig anziehen konnte und so lief ich die letzten 5-6 km ordentlich im 5:15er Schnitt.

Nach 11:23 StD ging es dann in den Zielkanal.
Leider konnte ich es nicht so richtig genießen. Zu groß waren die Erwartungen im Rennen und zu groß die Enttäuschung über die eigene Leistung.

Ich suche da keine Ausreden. Das Schwimmen war für alle schlecht, was man auch an den Zeiten sehen kann. Die Strecke wurde von allen mit etwa 4300 m angegeben und war somit viel zu lang, was sich an den Zeiten aller zeigte. Ich habe es danach ausgerechnet auf dem Rad verbockt. Aber "shit happens!" , ds Leben geht weiter. Mit dem Kona Ticket wäre es eh eng geworden, da das Feld in der M40 auch einfach übelst stark besetzt war, da scheinbar alle in Europa die gleiche Idee hatten, früh auf Quali Kurs.

Trotz allem habe ich mich mit viel Willen durchgebissen und ein weiteres Ironman Finish eingefahren.

Dazu war Südafrika mal wieder eine tolle Zeit und ein beeindruckendes Erlebnis.

Durch den Verlauf des Rennens könnte es noch zu Plan Änderungen für die Saison kommen. Dazu in den nächsten Wochen noch mehr.....



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