Marcus Triathlon Blog

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About Triathlon & my Life

Hier im Blog erfahrt ihr alle News über Training und Wettkämpfe.
Von der Herzschrittmacher OP 2005 bis zur Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii 2009 und dem Kampf gegen den Krebs 2010


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Ironman Cozumel - Mission Complet

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Fr, Dezember 04, 2015 18:44:23
Das heutige Regenloch will ich mal nutzen im ein kleines Statement zum Rennen von mir zu geben. Die Anreise nach Cozumel war heftig und die Tage zum herunterkommen bitter nötig. Am Donnerstag habe ich dann die Start Unterlagen abgeholt.
Von der Organisation halt vieles typisch mexikanisch. Aber ich mache nun mal einen Wettkampf in einem Land mit einer anderen Mentalität und so sollte man den Ball flach halten und wissen auf was man sich einlässt. So weiß man auch das es im Wettkampf hier mal tropisch heiß und auf der Insel stürmisch auf dem Rad werden kann. Mental war ich also vorbereitet und so checkte ich am Samstag das Rad in der ersten Wechselzone im Chankanaab Park ein. Ein wunderschöner National Park mit Delphinen.
Dort sollte im Rennen dann auch der Schwimmausstieg sein. Die Nacht vor dem Rennen war nicht so toll. Es war sehr warm und irgendwie konnte ich nicht einschlafen. Am Rennmorgen bimmelte um 3:45 der Wecker. Das Hotel hatte alles zum Frühstück organisiert. Mit meinen beiden Jungs Jörg und Ludger ging es dann mit dem Auto zur Wechselzone. Beim präparieren der Räder gab es dann einen heftigen Schauer, es sollte aber die einzige Abkühlung für den Renntag bleiben.
Nachdem das Rad bereit für die 180km war, ging es mit dem Athleten Shuttle zum Schwimmstart, welcher knapp 4km weiter im Marina Fonatur Park erfolgen sollte. Wir schwammen also von Punkt zu Punkt. Es sollte ab 7:30 einen Rolling Start geben und man hatte sich aufgrund seiner zu erwarteten Schwimmzeit einzuordnen. Leider ist die Schulter nach Roth noch nicht die alte und ich schätzte mich rund 10min langsamer als normal ein, also um 1:05. Zunächst starteten die Profis um 7:15. 15min später dann unser Startschuss. Als ich dann mit den andern Athleten auf dem Steg stand krachte es plötzlich. Der mobil aufgebaute Steg drohte zusammen zu brechen. Viel Athleten sprangen in Panik zur Seite. Das Wasser war dort aber nicht tief und es kam teilweise zu Verletzungen, so auch bei meinem Bunny Jörg, der sich eine üble Verletzung am Fuß zu zog. Das ganze hätte zu einem riesen Unglück führen können. Scheinbar hatten wir alle noch großes Glück. Das Schwimmen selber war ein Traum. 10m Sicht bis zum Grund. Korallen,Fische…einfach ein Traum. Das Wasser war für einen Wettkampf viel zu warm. Irgendwie fand ich aber nie meinen Rhythmus Ich schwamm fast nur im gemütlichen Modus und gegen Ende dann noch ein paar Umwege. So kam ich dann, fast wie zu erwarten, nach 1:07 auf Platz 73 meiner Klasse aus dem Wasser. Der Wechsel verlief auch nicht ganz so rund. Da es ja ein Schwimmen ohne Neoprenanzug war, durfte man laut den Regeln ja nicht die Schultern bedecken und so durfte ich den Rennanzug erst in der Wechselzone anziehen, was nass aber mal gar nicht ging. So ging es dann, wild am Anzug zupfend, auf die erste Radrunde. Ich musste dann auch noch einmal stoppen um alles zu richten. Dann ging es zunächst mit Wind im Rücken ab. Nach etwa 15km war dann der Süd-Ost Zipfel erreicht und es kamen die knapp 20km mit dem zu erwarteten Gegenwind. Ich hatte ordentlich Wind erwartet, aber das war wirklich die Krönung an dem Tag. Gefühlt stand man ja schon fast. Ich fuhr die Leistungswerte jetzt schon deutlich über meine Verhältnisse Nach gut 20km nahm ich dann eine Flasche auf und wollte den Inhalt in der Aeroflasche am Lenker abfüllen. Den Lenker hielt ich zu diesem Zeitpunkt recht locker. Dann riss der Wind und eine Bodenwelle mich aus allen Träumen. Das Vorderrad schlug um und ich machte mich in voller Länge über den Asphalt lang. Von hinten schrie ein Athlet "what the f....ck!" und drehte zum Glück noch ab. Er wäre fast voll in mich hineingefahren. Zum Glück war die Geschwindigkeit durch den heftigen Gegenwind nicht hoch. Ich hatte unheimlich Glück. Weder das Material, noch ich selber, hatten groß was abbekommen. Der Schock war aber groß. und so hockte ich eine Weile am Rand. Ich wollte zunächst aus dem Rennen aussteigen, zum Glück entschloss ich mich dann aber zum Weitermachen. Ich kam etwas unglücklich auf dem Ellbogen auf und hatte dann etwas Probleme auf dem Lenker zu liegen. Zum Abschluss der ersten Runde hatte ich mich dann etwas gefangen. Dann drehte ich mächtig auf und fuhr Runde 2 und 3 in 1:44 und 1:46 für 62,5km. Zum Vergleich Runde 1 mit 1:46 für 54km. Ich verlor also auf der ersten Runde gut 10-12min. Die gesamte Performance auf dem Rad war aber stark. Vorgabe waren 214 Watt. Ich hatte am Ende im Schnitt 235Watt getreten. Das brachte mich nach Abschluss der 180km dann auf Platz 13. Es war im Wechselzelt dann noch sehr leer und es waren noch nicht viele Athleten auf der Laufstrecke. ich war zu diesem Zeitpunkt etwa auf Platz 80 gesamt. nicht auszudenken wo ich mit einem perfekten Schwimmen und ohne das Missgeschick auf der ersten Runde gewesen wäre. Wir leben aber nicht im wenn und aber.... Also auf in die restlichen 42,2km zu Fuß. Es war heiß mit hoher tropischer Luftfeuchtigkeit. Nicht einfach zu laufen. Ich fühlte mich aber wohl und ICH WOLLTE ES! Ich wollte unbedingt einen Marathon Richtung 3:30! Die Rechnung ging bis zum Wendepunkt auch voll auf. Ab dem Halbmarathon wurde es dann deutlich langsamer, aber trotzdem bis zum Ende total konstant. So kam ich dann nach 10:26 auf Platz 17 in der AK und in den Top100 gesamt ins Ziel.
Ich habe mich auch gefreut das sich Jörg und Ludger so toll durchgekämpft haben. Das rundete diesen Tag noch ab!


Ich denke das ich einen großen Kampf geliefert habe. Ich habe Willen bewiesen und auf die Zähne gebissen. Der Ironman Cozumel ist kein Kindergeburtstag mit dem Wind und der Hitze. So kann ich positiv ins nächste Jahr blicken. Wenn es mit dem Schwimmen wieder passt und mal keine "kleinen Unglücke" passieren dann ist vieles möglich! Also muchas gracias Cozumel!

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Ironman Louisville/Kentucky

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Di, Oktober 20, 2015 21:06:33


Auferstanden in Kentucky, so könnte man das Geschehene in der Stadt der Rennpferde, des Bourbon Whiskeys und der Heimat von Muhammed Ali nennen.

Sehr ungewiss ging es zu meinem dritten Ironman in diesem Jahr. Zum einen standen gute Trainingsergebnisse da, auf der anderen Seite standen aber 900std harte Arbeit in 3 Monaten, Stress, ständige Schmerzen, eine kaputte Schulter und ein sehr heruntergekommenes Selbstbewusstsein, nach zwei verkorksten Langdistanzen.

Auch vor Ort war wenig auf eine gescheite Rennvorbereitung ausgelegt. Nach der Anreise standen 3 Tage New York City und eine Rundtour zu den Niagara Fällen und Kanada auf dem Plan.

Ein Jan Frodeno würde auf Hawaii sicherlich auch nicht seinen besten Tag haben, wenn er drei Tage hintereinander je 30km durch New York spazieren geht.

Aber vor Ort sagte ich mir halt "es ist wie es ist und mach einfach das beste draus!"

Das Schwimmen war bis kurz vor dem Start ungewiss, da der Ohio River von einer schweren Algenpest befallen war.

Da es grünes Licht gab, ging es früh morgens in die Wechselzone zur Vorbereitung. Nach dem am Rad alles klar war, mussten wir rund 2km zum Schwimmstart laufen, wo schon eine lange Schlange auf den, dort geplanten "Rolling Start" , wartete.

Es sollte am Renntag zwar warm und sonnig werden, aber die Frühtemperaturen vor dem Start waren lausig kalt.

Durch die kühlen Temperaturen am morgen wählte ich diesmal eine andere Taktik und entschied mich für trockene Rennkleidung nach dem Schwimmen.

Dann lieber Zeit in der Wechselzone liegen lassen, bevor die Muskulatur auf dem Rad durch kühle Temperaturen und nasse Kleidung versagt.

Beim Warten auf dem Schwimmstart froren die Füsse schon fast am Boden fest.

So war ich froh als ich dann endlich den Startschuss hörte und ins Wasser durfte.

Da ich beim Start recht weit vorne war und erstmal Druck machte, schwamm ich vorne weg und machte etwas Tempoarbeit. Da es aber zunächst gegen die Strömung ging war es eher unklug. Das Tempo hielt auch nicht lange an. Durch den Neo kam ich schnell ins Hohlkreuz und die Schulter wollte auch wieder nicht so recht.

Nach etwa 1500m wurde das Schwimmen eher zur Qual, was mich aber an diesem Tag nicht so recht störte.

So stieg ich nach, eher schlechten 70min, aus dem Wasser und machte mich auf in die Wechselzone.

Wie vorher eingeplant, dauerte der Wechsel etwas länger.

Auf dem Rad ging es zunächst flache 20km am Ohio River entlang. Dann wartete der erste Hügel zum Aufwärmen, ehe es nach 30km in eine 10-12km lange Wendepunktstrecke ging. Diese hatte es dann ,mit ordentlichen Steigungen , in sich.

Da es etwas durch den Wald ging und einige Abfahrten in dieser Passage waren, kühlte ich etwas aus und verlor den Rhythmus.

Es ging recht wellig und anspruchsvoll weiter. Oben gab es dann eine etwa 45km lange Runde die zweimal gefahren werden musste . Inzwischen wurde es auch deutlich wärmer und so fasste ich auf der zweiten Runde endlich den Mut etwas zu riskieren. Von km 130-180 fuhr ich wirklich stark und kassierte ab da ordentlich Leute ein. So konnte ich mich auf dem Rad von Gesamtrang 780 nach dem Schwimmen auf Rang 255 nach dem Rad vorarbeiten.

Nach einem ordentlichen Wechsel ging es mit relativ frischen Beinen und ordentlich Bock auf die Laufstrecke.

Sofort fand ich einen guten Laufryhthmus und ich versorgte mich gut.

Inzwischen war es auch gut warm. Es waren auch noch nicht viele Läufer auf der Strecke. Inzwischen war es ordentlich war und es waren meine Bedingungen. So machte ich mich auf die 42,2km lange Aufholjagd.

Es machte Spaß die Leute leiden zu sehen und so lief ich meinen Stiefel runter, inzwischen völlig im Plan.

So ging es dann, immer noch recht frisch , in die zweite Laufrunde. Bis zum Ende keinerlei Schäche, im Gegenteil, die letzten 3-5km konnte ich es riskieren und noch ein wenig zulegen.

So lief ich dann mit einer 3:46er Laufzeit nach 10:50 in der 4th Street of Louisville in den Zielkanal.

Ein toller Zieleinlauf, Gänsehaut pur und insgesamt ein tolles und unvergessliches Rennen in Kentucky.

Die Aufholjagd endete übrigens mit einem 137 Rang und Platz 27 in meiner AK.

Für das Hawaii Ticket natürlich zu wenig, aber für meinen miserablen Zustand der letzten Wochen ein tolles Ergebnis.



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Ironman 70.3 Vichy

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann So, September 06, 2015 22:47:02

Operation gelungen, Patient wiederbelebt !
So kann man meinen spontanen Ausflug zum Ironman Vichy bezeichnen.
Ich hatte ja eine Überraschung angekündigt und so habe ich mich sehr kurzfristig in Vichy angemeldet.
Ich wollte einfach nicht mit dem Gefühl von zwei DNF im Oktober nach Louisville reisen.
Zwar hat sich die berufliche Lage noch einmal deutlich verschärft, aber dennoch wollte ich es wagen und den 70.3 als Aufbauhilfe nutzen.
SO ging es dann direkt nach der Arbeit auf die gut 9Std lange Reise ins französische Städtchen Vichy. Die Reise begann im strömenden Regen, bei 17 Grad und strömenden Regen. Nach etwa 500km wurde es Zeit für die Klimaanlage, denn die Außentemperatur war inzwischen auf gut 30 Grad angestiegen.
Da die letzten 175km sich komplett über Land zogen und ich inzwischen 800km hinter mir hatte, zog ich eine längere Pause vor und so ging es früh am morgen auf die restliche Strecke.
So kam ich pünktlich zur Startnummern Ausgabe in Vichy an. Dort zeigte sich alles bestens organisiert und vor allem warm und sonnig.
Nach Aufnahme der Unterlagen fuhr ich die Strecke mit dem Auto ab und lockerte noch einmal 60min die Beine auf der Wettkampfstrecke.
Der Asphalt war rau, die Straßen nicht im besten Zustand. Ein paar Anstiege, aber alles gut machbar. Nur eben kein schneller Kurs.
Im Anschluss konnte ich direkt mein Rad und die Wechselbeutel einchecken.
Bevor es dann zur Pasta Party ging, konnte ich am Hotelpool noch ein wenig die Beine hochlegen.
Auf der Pasta Party wurde dann alles geboten was das Herz begehrt und es fehlte nichts.
Die Nacht war erholsam und der Wecker klingelte um 4 Uhr. Kurz danach ging es mit etwa 25min Fahrt zur Wechselzone.
Alles soweit hergerichtet und bereit für den Start.
Ich wurde in der ersten Startgruppe um 7Uhr einsortiert. Da ich im Moment nicht im besten Zustand bin und meine Schulter (noch aus Roth) Probleme macht, sortierte ich mich diesmal nicht komplett vorne ein. Schon vor dem Start ging es recht aggro zu und die Leute zeigten sich recht rücksichtslos.
Beim Startschuss kam ich überhaupt nicht gut weg. Ich wurde im Anschluss übelst vermöbelt, geriet etwas in Panik und versuchte nach außen zu gelangen. Dort angekommen wurde ich direkt unsanft vom Kanu wieder in die Menge geschoben.
Erneut totale Prügelei, wobei mich mich völlig verschluckte und nach Luft schnappte. Ich fand nie einen Rhythmus und kam nach Katastrophalen 36min aus dem Wasser. Übel für jemanden der vor kurzem noch eine Bestzeit von 25:15 hinlegte.
Es war mir aber total egal. Ab aufs Rad und Gas. Die ersten 10-15km waren total verwinkelt. Durch die aufkommende Hitze und dem nassen Körper war mein Visier vom Helm sofort beschlagen. Ich fuhr teilweise total blind, vor allem wenn es gegen die Sonne ging. Zum Glück ist zu diesem Zeitpunkt nichts passiert.
Ich fand dann aber einen guten Rhythmus und so konnte ich total Konstant einen Schnitt zwischen 35-37km/h fahren. Nach etwa 73km kam nochmal ein ordentlicher Anstieg, der mir erstmal ein wenig den Zahn zog. Die letzten Kilometer ging es dann bergab und so konnte ich mich, nach 93km, gut in die Wechselzone retten.
Der Wechsel verlief ohne Probleme und die ersten Laufkilometer fühlten sich gut an. Es war inzwischen mächtig warm, bei einer Höchsttemperatur von 37 Grad.
So gab es natürlich einige Opfer auf der Laufstrecke. Ich fühlte mich, bei dem Wetter, mal wieder pudelwohl.
Ich konnte und wollte an dem Tag einfach kein Vollgas geben. Mit einem gemütlichen Schnitt von 4:57 und einem entspannten Puls von 152, lief ich schlussendlich mit einer Zeit von 5:11:07 in den Zielkanal.
Natürlich ist das für mich keine gute Zeit und auch der 67. Platz keine Top Platzierung. Das sollte es aber auch nicht werden. Ich wollte einfach raus und ein schönes Erlebnis haben. Man kann nicht nur noch arbeiten und dann noch Mega Rennen liefern.
Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich. Vichy sollte zum Aufbau dienen und ich denke das ist voll aufgegangen.
Insgesamt eine tolle Veranstaltung, die man gut weiterempfehlen kann. Weltklasse After Race Verpflegung. Vielleicht sieht man sich wieder
So kommt auch die Motivation für 2016 wieder und die weiteren Planungen laufen an.
Demnächst auch mehr zu diesem Thema.....

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Ironman Maastricht-Trümmerhaufen Teil II

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Sa, August 08, 2015 10:55:54
Nur 3 Wochen nach der Datev Challenge Roth sollte es zum Ironman Maastricht-Limburg gehen.
An meinem Zustand und der gesamten Situation änderte sich bis dahin nicht viel.
Im Gegenteil, durch die Keilerei beim Schwimmen in Roth, war die linke Schulter auch immer noch hinüber.
Auch hier konnte hier das ganze aus zeitlichen Gründen nicht prüfen lassen.
An der beruflichen Situation hat sich ebenfalls nichts geändert.
So ging es dann freitags ins knapp 2Std entfernte Maastricht, in die benachbarten Niederlande.
Ein schönes beschauliches Städtchen, rund um den Fluß Maas. Anders als in den meisten Teilen der Niederlande wird hier in der Umgebung kein Flachland geboten.

Durch Ausläufer der Eifel ist es hier eher ein ständiges auf und ab.
Der Check-In lief unproblematisch und zügig und so konnte es auch ins Hotel nach Valkenburg gehen. Dies lag etwas außerhalb von Maastricht, dennoch ist der Schwimmstart innerhalb von gut 15min problemlos zu erreichen.
Samstags ging es dann noch mal ein Stündchen aufs Rad. Dabei fuhr ich zwei Anstiege, die auch einen Tag später auf mich warten sollten.
Das Gefühl war soweit gut und so war ich noch guter Dinge. Im Anschluss fuhr ich mit dem Auto die Strecke ab. Das ganze war aber nur teilweise erfolgreich, da die Strecke nur bedingt gekennzeichnet war und man nicht den kompletten Streckenverlauf einsehen konnte. Im Rennen konnte man das ganze auch nachvollziehen, weil es zum Teil über Radwege,Feld- und Wirtschaftswege ging, die mit dem Auto zum Teil gar nicht fahrbar waren.
Danach ging es zum Bike Check-In und noch eine Runde in die Innenstadt von Maastricht.

Am Abend schwirrten mal wieder viele Gedanken durch meinen Kopf und war es fast wie in Roth, eine schlaflose Nacht lag vor mir.
Der Wecker klingelte um 4Uhr und es ging Richtung Schwimmstart, der wie gesagt, sehr gut erreichbar war und man dort auch super parken konnte.
Um 7uhr erfolgte der Profistart, 10 Minuten später sollten dann die Age Grouper das Wasser zum kochen bringen. In Maastricht wurde ein neues Startkonzept angewendet. Es gab einen rollenden Start, bei dem alles einzeln über eine Rampe ins Wasser durften und sich entsprechend ihrer Leistung einsortieren sollten.
Da ich aufgrund der Rücken-und Schulterproblematik nicht mit einer guten Schwimmzeit rechnete, sortierte ich mich zwischen 60-65 Minuten ein.
Vor dem Start wurde mir der Neoprenanzug verschlossen. Dabei merkte ich im Unterberbewusstsein ein ungewöhnliches klicken, welches ich aber ignorierte.
Eine Sache die vielleicht im klaren Kopf und bei voller Konzentration anders aussieht.
Nach dem Startschuss kam ich zunächst gut weg. Nach etwa 100m platzte mir plötzlich der komplette Reißverschluss vom Neo auf. Jetzt konnte ich auch das klicken einsortieren. Er war schlichtweg zu weit nach oben verschlossen und so öffnete sich der Schnellverschluss. Der ganze Rücken war offen. Ich hatte keinerlei Wasserlage und es fühlte sich an als wenn ich die Titanic mit durchs Wasser ziehe. Im hinteren Teil der Strecke hatten wir nach etwa 1600m einen recht überflüssigen Landgang über eine Insel. Durch den geöffneten Neo kam ich kaum von der Stelle und durch die Verengung der Strecke wurde ich von hinten völlig über den Haufen geschwommen. Dennoch hatte ich den Willen das ganze mit Anstand zu Ende zu bringen. Es fühlte sich grauenhaft an und kostete enorm viel Kraft.
Ich kam zuletzt immer zwischen 55-58min aus dem Wasser. Nach 1:19 kam ich, völlig entkräftet aus aus der Maas und hatte natürlich nicht mehr die größte Motivation.
Ich schlich gefrustet durch die Wechselzone. Auf dem Rad kam die Motivation zurück und ich hatte zunächst richtig Bock. Der Streckenverlauf sollte mir das aber wieder nehmen. Die Umgebung ist wirklich sehenswert und man kann dort sicherlich toll Radfahren, der Streckenverlauf war aber sehr unglücklich gewählt und nicht Ironman würdig. Es ging kaum über richtige Straßen. die Strecke war geprägt von Radwegen,Feldwegen,Wirtschaftswegen,Buckelpisten. Es ging völlig verwinkelt durch verkehrsberuhigte Zonen und Wohngebieten. Über Wege wo nicht mal ein Auto drauf passt. Rauer Asphalt und defekte Straßen prägten die Strecke.
Es war nicht gut gekennzeichnet und teilweise schlecht gesperrt. Da war in der Nähe von Valkenburg einmal die eigene Strecke kreuzten wurde eine Überführung aus Holz gebastelt.. Die Strecke war auch sehr Anspruchsvoll und hatte pro Runde drei sehr ordentliche Anstiege. An denen hätte ich mir deutlich mehr Stimmung gewünscht. Teilweise kamen von oben aber auch Fußgänger und Räder entgegen.
An dem Streckenverlauf,den Sperrungen und der Kennzeichnung der Strecke ist deutlich nachzubessern. Wer eine schnelle Strecke erwartet ist hier völlig fehl am Platz. Die Streckenlänge ist mit 185km auch deutlich zu lang.
Man sollte zu einem Kurs wie Roth sicherlich 25min aufrechnen
Nach 60-70km war die Luft bei mir erneut raus. Ich habe derzeit einfach nicht die mentale Stärke für eine Langdistanz.
So war das Rennen für mich nach der ersten Radrunde beendet und wie war mental einfach nur fertig.
Vor Ort schaute ich mir dann noch das weitere Rennen an. Dabei konnte man auch auf der Laufstrecke einige Dinge bemängeln. Zum einen kann es nicht sein das der erste Verpflegungspunkt erst nach 3,5km auftaucht. Zum anderen war auch hier kaum eine Sperrung und Kennzeichnung der Strecke vorhanden.
Natürlich war innerhalb der Stadt ein großes Zuschaueraufkommen, aber die Stimmung im restlichen Teil.....kaum vorhanden.
Fazit also zum ersten Ironman Maastricht-Limburg:
Das Rennen hat ein gewisses Potential, wenn man einiges mehr investiert und mehr Aufwand betreibt. Man kann bei einer Firma wie Ironman erwarten das man einen gewissen Standard erfüllt und 500€ Startgeld auch gerecht wird.
Stellt man einige Dinge ab,kann es ein tolles Rennen werden.
Wie geht's mit mir weiter?
Ich sollte sicherlich aufpassen das ich nicht völlig ins Loch falle. Dringen sollte ein Erfolgserlebnis her.
Ich versuche den Streß möglich von mir zu weisen, was aber nicht immer möglich ist.
Ich habe in den letzten Tagen versucht das ganze zu akzeptieren und hoffe das ich auf dem richtigen Weg bin.







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Vom Ironman zum Trümmerhaufen

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Mi, August 05, 2015 20:49:45

Eigentlich sollte der Blog prall gefüllt sein, mit Vorberichten und Wettkampf Berichten von den Hightlights des Sommers, der Datev Challenge Roth und dem Ironman Maastricht-Limburg.Aber bereits im Vorfeld der Challenge Roth war mir nicht danach etwas zu berichten.Wie schon kurz vor Luxembourg beschrieben, gab es Probleme im unteren Rücken. Ich hatte es auch kurzzeitig prüfen lassen und es kamen kurzzeitig beängstigende Diagnosen auf mich zu.Zum einen wurde mir zu einer Untersuchung in Sachen Krebs geraten, dann sollte eine Entzündung im Beckenbereich vorliegen, dann hieß es Bandscheibenvorfall.

Im Anschluss musste ich die Untersuchungen ein zeitlichen Gründen aufgeben und sitze weiterhin hier mit Schmerzen und Problemen, die sich aber inzwischen auch anders äußern.

Ich bin aber inzwischen ein wenig schlauer und kann sagen das die körperlichen Probleme auf den Arbeitsstress der letzten Wochen zurückzuführen sind.

Ein neues Projekt, das ich nun seit Ende Mai leite, fordert einfach körperlich und mental in einem Ausmaß in dem sich der Job und Leistungssport auf einem bestimmten Level nicht mehr zusammen bringen lassen.

Seit Mai habe ich nun ( bis auf die beiden Wettkampf Wochenenden ) jedes Wochenende gearbeitet, habe im Juli 273 std gearbeitet. Da kann einfach keiner mehr klar denken und im vorbeigehen eine Langdistanz finishen, erst recht keine zwei innerhalb von 3 Wochen.

Die Rückenprobleme weiteten sich auch aus. Es ging in eine Art Rheuma über. Ich konnte im linken Arm die Hand teilweise nicht mehr zur Faust machen. Es war kaum mehr möglich sich zu bücken. Ich bewegte mich wie ein 80jähriger Rheumakranker.

So wagte ich mich dennoch nach Roth und bekam das was ich vorher erwartete. Eine gehörige Portion Frust. mal eben kurz nach der Arbeit los nach Roth. 7 1/2 std Anfahrt mit Dauerstau und damit den nächsten Stress.

Vor Art schaffte ich es zu keinem Zeitpunkt abzuschalten und hatte ja nebenbei noch diverse körperliche Probleme. Trotzdem versuchte ich das unmögliche zu schaffen und stand morgens am Start zu meiner ersten Challenge Roth.

Nach den tollen Schwimmzeiten, von 55min, ordnete ich mich dementsprechend vorne ein und versuchte das Feld aufzumischen. Das Schwimmen in Roth hat vor und Nachteile. Die 200 Athleten umfassenden Wellen bieten zwar mehr Platz, aber ich muss mich ständig durch die 5min vor mir startenden Gruppen wühlen. Und so kam es, das ich mich nach etwa 800-1000m mit einem Athleten mit dem linken Arm verkeilte. Es knackte und schmerzte in der linken Schulter. Es war kaum noch ein gescheites Schwimmen möglich und so rette ich mich total gefrustet nach 1:05 an Land. Mit hängenden Kopf schlich ich durch die Wechselzone.

Auf dem Rad konnte ich mich aber neu motivieren und fuhr sehr ordentlich und völlig nach Plan los. Nach dem Leistungstest in der Vorwoche wurde mir nahegelegt eine Zeit von 4:56 std zu fahren,oder die Sparversion von 5:02 std und einem darauffolgenden Top Marathon. Ich hatte durch den körperlichen Zustand meine Zweifel und glaubte eigentlich zu keinem Zeitpunkt an mich und an ein Finish. Und wer so ins Rennen geht, der hat auch keinerlei Chance eine Langdistanz zu finishen.

Trotzdem fuhr ich brav nach meiner Datei und konnte locker das Tempo halten. Nachdem es lange den Kalvarienberg hinauf ging und es dann in die Abfahrt ging, machte es Klick. Von einem auf den anderen Moment meldete sich der Rücken, es schmerzte die Schulter und aus heiterem Himmel war die Motivation weg.

Es dauerte nicht sehr lange und alles war weg, ALLES. Ich beschloss das Rennen vorzeitig zu beenden, aber wenigstens noch einmal den Solarer Berg zu fahren.

Und das hatte sich gelohnt. Einfach ein Hammer Erlebnis in dieser Menschenmasse den Berg zu fahren.

So hörte ich einfach oben am Berg auf. Das schlimme war....Ich fühlte NICHTS! Keinen Frust, keine Trauer, einfach NICHTS.

Im Anschluss fuhr ich noch mit dem Rad nach Roth,packte das Auto ein und schaute mir an wie Nils Frommhold das Rennen als Sieger beendete.

So ging es am Folgetag wieder zurück in die Heimat und der Alltag hatte mich schnell wieder. Leider ging es auch weiter bergab.

Hier möchte ich aber in einem weiteren Bericht auf den Ironman Maastricht eingehen und einige Worte zum Rennen selber verlieren, wo ich dann auch noch mal ein paar Worte über meinen derzeitigen Zustand verlieren werde.......





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Ironman 70.3 Luxembourg

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Di, Juni 23, 2015 19:55:40
Nachdem ich mit vor kurzem noch gefreut habe das ich ich große Ausfälle durch die Vorbereitung kam, erwischte es mich pünktlich vor den großen Rennen recht heftig.
Nachdem ich zunächst Probleme im unteren Rücken hatte, folgten dann zum Teil Lähmungserscheinungen im linken Bein.
Die Untersuchungen dauern noch an und der Verdacht lautete zunächst Bandscheibenvorfall.
Trotz allem wagte ich mich zum Ironman 70.3 nach Luxembourg.
Dort traf ich recht gestresst von Arbeit und Stau am Freitag Abend ein und musste fix einchecken,um überhaupt am Samstag ins Rennen zu gehen.
Der Start sollte, recht ungewöhnlich, Samstags um 14:15 erfolgen.
Am Rennmorgen regnete es, bei sparsamen 8 Grad. Alles andere als Triathlon-Wetter und ganz und gar nicht mein Ding.
Vor dem Rennen hörte es zumindest auf zu regnen, es blieb aber recht kühl.
Pünktlich fiel der Startschuss. Wieder mal erwischte ich einen Top Start und konnte mich in meiner Gruppe an der Spitze festsetzen. In einer Gruppe von 5-6 Leuten hatten wir schnell die Startgruppe eingeholt die 10 min vor uns an den Start ging.
Nach der Wendeboje waren wir dann noch zu viert. Zwei Jungs erhöhten dann ab ca 1200-1300m das Tempo und ich musste etwas abreißen lassen.so kam ich auf Platz 3 am Schwimmausstieg an und wurde dort noch einmal abgefangen. Aber Platz 4 und eine neue Schwimm-Bestmarke von 25:37!!!!

Motiviert ging es in die Wechselzone, wo ich zunächst vergeblich meinen Wechselbeutel suchte.Wertvolle Zeit verging. Dieser war irgendwie nach hinten in den Ständer verrutscht.
Auf der Radstrecke ging es dann zunächst 20km flach an der Mosel entlang zum Wendepunkt und dann noch einmal 15km bis zum ersten Anstieg.
Bis dahin lief es, ähnlich wie im Wasser, einfach Top.
Ich konnte ein Tempo von etwa 38,3 Km/h im Schnitt fahren und fühlte mich Top.
Auch der Anstieg ging richtig gut. Danach folgte eine längere, kurvenreiche Abfahrt, ehe es in den nächsten Anstieg ging.
Was auch immer da passierte, es war nicht gut!
Aus dem Nichts kamen die Schmerzen im Rücken. Im linken Bein fehlte dadurch die Power und das zog meiner Motivation ganz schnell den Stecker. Schade eigentlich, da ich bis dahin wirklich ein Hammer Rennen lieferte, über das ich schon selber überrascht war.
Ich zog das Programm dennoch durch und brachte die 90km mit Anstand zu Ende.
Natürlich nicht mehr mit der Power vom Anfang, aber dennoch mit ordentlichen Werten.
Etwas Angst hatte ich dann natürlich vor dem Lauf. Was wenn der Rücken komplett dicht macht?

So ging es dann mit einer Handbremse auf den abschließenden Halbmarathon. Ich wollte einfach nicht alles riskieren, nur für ein paar Minuten. Jeder Schritt schmerzte im Rücken, aber dennoch blieben positive Gedanken und ich lief meinen Stiefel runter.

In Runde 4 war ich mir dann sicher das es bis ins Ziel gut gehen sollte und so konnte ich wenigstens etwas das Tempo anziehen.
Ich wurde ja auch diesmal anständig angefeuert und so ging es dann nach 4:58 Std in den Zieleinlauf.

Natürlich war es nicht die erhoffte Traumzeit, die sollte es aber auch nicht werden und die war auch mit den Rückenproblemen nicht zu erwarten. Im Gegenteil, ich hatte schon fast mit dem schlimmsten gerechnet.
So habe ich auch wenigsten für das Saison Highlight in Roth nichts weiter kaputt gemacht und auch die nötigen Körner über gelassen.
Der Abend und die Nacht waren dann nicht so toll. Ich habe durch die Schmerzen im Rücken kaum ein Auge zu gemacht und auch die Rückfahrt war recht unangenehm.
Mal schauen was die weiteren Untersuchungen ergeben.
Bitte nur keine weiteren Rückschläge, bevor jetzt 2 Langdistanzen innerhalb von nur 3 Wochen anstehen.
Ansonsten wieder eine tolle Veranstaltung in Luxembourg, mit toller Unterstützung. Nur leider ohne das passende Wetter. vielleicht ja dann in Roth......

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Ironman 70.3 Haines City/Florida

Rennberichte 2015Geschrieben von Marcus Ziemann Mo, April 13, 2015 02:27:45


Der erste Triathlon im Jahr 2015 ist Geschichte und der 70.3 Ironman Florida ist gefinisht.

Es war einer dieser genialen Tage, an denen vieles zusammen passte.

Gestern Abend gab es überraschenderweise heftige Gewitter,nachdem es zwei Wochen lang Traumwetter gab.

In Kürze war hier alles überschwemmt. Auch für den heutigen Renntag waren zunächst Gewitter angesagt, die aber ausblieben.

So war heute morgen zum Rennen alles perfekt für einen super Renntag.

Mein Start war für 7:30 angesetzt. Die ersten Startgruppen wurden um 6:50 ins Wasser gelassen.

Da die Gruppen im 4. Minutentakt ins Wasser gingen, hatte ich schnell einige Gruppen eingeholt und musste mich zwischenzeitlich durch ordentliches Gedränge kämpfen. Durch eine Wassertemperatur von 27.3 Grad wurde auch ein Neoprenverbot ausgesprochen. Ein unglücklicher Kurs in M Form machte das Rennen ebenfalls sehr langsam.

Eine Schwimmzeit von 30:36 ist für meine Verhältnisse eher durchwachsen. Dennoch konnte ich auf Platz 4 liegend den Lake Eva verlassen.

Auf dem Rad lief es ebenfalls bombig. Der Kurs war sehr wellig und verwinkelt. Dennoch konnte ich einen 37er Schnitt fahren. Ab km 60 wurden die Beine etwas schwerer und so kam ich nach 2:30:51 und Platz 20 in die zweite Wechselzone.

Auf der Laufstrecke wurde es richtig hart. Heftige Anstiege und enorme Hitze machten uns das Leben schwer. Es war inzwischen wirklich drückend heiß.

Drei konstante Runden brachten mich schlussendlich mit einer Laufzeit von 1.36:59 ins Ziel.

Dies bedeutete eine Endzeit von 4:44:27, was für diesen Kurs wirklich Top ist.

Das brachte mich dann noch auf Platz 11 in meiner Age Group und auf Platz 57 Overall von 2970 Teilnehmern.

Ein paar Stunden nach dem Einlauf waren meine Zeiten plötzlich verschwunden.So werde ich die offizielle Bestätigung noch nachreichen



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